Archivar

Aus MedienWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Archivar beschäftigt sich mit dem kulturellen und historischen Erbe einer Gesellschaft und ist für die Archivierung wichtiger Dokumente verantwortlich. Dadurch bewahrt er historische Dokumente, macht sie der Gesellschaft zugänglich und stellt sie zukünftigen Generationen zur Verfügung. Archiviert werden beispielsweise: Urkunden, Akten, Karten, Pläne, Bilder, Audiovisuelle-Medien und Informationen aus digitalen Medien.

Aufgaben

Zu den Aufgaben eines Archivars zählt es, die sogenannten Archivalien zu bewahren, zu analysieren, zu kategorisieren, zu bewerten und zu sortieren. Damit jedoch nicht alle vorhandenen Dokumente aufbewahrt werden spielt auch gerade die Auswahl der zu archivierenden Unterlagen eine wesentliche Rolle. Der Archivar sichtet und bewertet die Dokumente und entscheidet daraufhin, welche Daten dauerhaft in einem Archiv aufbewahrt werden oder welche aussortiert werden. Den ausgewählten Dokumenten teilt er einen eindeutigen Titel und eine Signatur zu und kümmert sich um ihre dauerhafte Instandhaltung. Darüber hinaus kann ein Archivar Behörden bei der Verwaltung ihrer Akten beraten, damit Unterlagen fachgerecht aufbewahrt und geordnet werden. Darüber hinaus unterstützt er Archivbenutzer in ihrer Suche und wirkt teilweise auch an öffentlichen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Führungen und Vorträgen mit.

Voraussetzungen

Neben den schulischen Voraussetzungen sind für den Beruf des Archivars auch ein breites Allgemeinwissen, gute Geschichtskenntnisse und komplexes, analytisches Denkvermögen erforderlich. Im Punkto Sprachkenntnisse werden meist gefordert: Englisch, Grundkenntnisse in Latein, teilweise auch Französisch- oder Russischkenntnisse. Auch der Umgang mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik ist meist erforderlich und eine exakte und zuverlässige Arbeitsweise. Da der Archivar mit unterschiedlichsten Medien arbeitet und vermehrt auch digitale Medien hinzukommen, ist eine gewisse Medienkompetenz von Nöten.

Ausbildung

Um als Archivar tätig zu werden, stehen viele unterschiedliche Ausbildungswege offen. Zum einen kann eine duale Ausbildung absolviert werden. Dafür reicht bereits ein guter Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife. Abiturienten und Schüler mit Fachabitur können ein duales Studium (ebenso dreijährig) an der Archivschule Marburg oder der Bayerischen Archivschule München absolvieren und damit den gehobenen Archivdienst anstreben. In Potsdam gibt es auch eine Fachhochschule für Archivare. Im Bachelorstudium zählen Datenverarbeitung, Informationswissenschaften, Archivwissenschaften, -management und -typologie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre zu den Lehrinhalten. Um in einem staatlichen Archiv arbeiten zu können, ist mindestens eine Fachhochschulausbildung erforderlich. Auch eine duale Ausbildung kann einen Berufseinstieg ermöglichen, beispielsweise zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Schwerpunkt Archiv.Nur in seltenen Fällen (beispielsweise in kleinen Privat- oder Kommunalarchiven) kann es vorkommen, dass ein Archivmitarbeiter kein Studium oder eine einschlägige Ausbildung absolviert hat.

Quereinstieg

Auch Absolventen der Geschichtswissenschaften, Rechts- und Staatswissenschaften, Wirtschafts-, Finanz- und Sozialwissenschaften, Zeitungswissenschaften oder anderer geeigneter Fächer können den Beruf des Archivars anstreben. Jedoch wird ein Quereinstieg in Zukunft möglicherweise, aufgrund stetig wachsenden Anforderungen und Spezialisierungen, schwieriger werden.


Links