Arrangeur

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In den Zeiten, als Musik noch nicht zu 90% am Computer geschaffen wurde, war der Arrangeur ein hoch angesehener Spezialist. Heutzutage ist der Arrangeur oft Komponist, Musiker und Produzent in einer Person, ‚sampelt’ am Rechner seine Werke, ohne je ein Notenblatt auszudrucken.

Nach wie vor gefragt sind gute Arrangeure z.B. in Bigbands, der Filmmusik und im Musicalbereich. Wenn auch die Übergänge zwischen Komponisten, Musikern und Produzenten fließend sind, so gibt es doch einige spezifische Merkmale für die Arbeit des Arrangeurs.

Nicht jeder Komponist hat die Zeit oder auch das Know-how sein Werk für ein großes Orchester auszunotieren. Hier ist die Kompetenz des Arrangeurs gefragt. Um die Komposition effektiv auszugestalten, muss ein Arrangeur folgendes perfekt beherrschen:

  • Noten lesen und Noten schreiben
  • Umfassende Kenntnis der Harmonielehre
  • Möglichst mehrere Instrumente selbst gut spielen können
  • Wissen über Tonumfang, Klang und Einsetzbarkeit der verschiedenen Instrumentengruppen (ein Trompeter kann den Ton nicht so lange halten wie ein Cellist)
  • Kenntnis von Phrasierung in Interpretationsmöglichkeit der eingesetzten Instrumente
  • Versiertheit in den verschiedensten Stilen (Jazz, Klassik, Pop, etc.)

Der Arrangeur bearbeitet die Vorgaben des Komponisten (z.B. Klavierauszug) und hat bei der Gestaltung auch gewisse Freiheiten, z.B. Teile zu reharmonisieren oder neu einzufügen, solange er damit den Grundcharakter der Komposition nicht wesentlich verändert.

Oft, dirigiert der Arrangeur das Orchester bzw. die Band selbst und erarbeitet mit den Musikern die vom Komponisten oder Musikproduzent/in gewünschte Interpretation des Arrangements. Auch gibt es Arrangeure, die sich auf bestimmte musikalische Teilbereiche spezialisiert haben, z. B. Vokal-Arrangeure, Streicherarrangeure, Bläserarrangeure, etc.

Soweit die ‚klassische’ Variante. Bei der heute meist üblichen Produktionsweise macht der Arrangeur ein musikalisches Layout am Computer und definiert hier welches Instrument zu welchem Zeitpunkt mit welchem Sound gespielt wird. Sein Arbeitsbereich ist dem des Mischtonmeister ähnlich - allerdings konzentriert sich dieser meist auf die technische Abstimmung. Oft wird für die Instrumentierung dann statt auf lebendige Musiker zu Orchester-Libraries gegriffen, deren Samples ‚echt’ klingen. Das spart Zeit und Geld!

Auch bei der scheinbar mühelosen Soundzusammenstellung am Rechner ist es von Vorteil, wenn der Arrangeur die oben genannten Punkte beherrscht. Er sollte also eine möglichst umfassende Ausbildung als Musiker, Dirigent o. Ä. absolvieren!

Ausbildung siehe Musiker

Literatur

Fritsch, Peter Kellert: Arrangieren und Produzieren. Leu Verlag, Ulrich Kaiser und Carsten Gerlitz: Arrangieren und Instrumentieren, Barock bis Pop. Kassel, 2005

Paul Wiebe: Bläser arrangieren. Wizoobooks Verlag, 12/2007,

Paul Wiebe: Streicher arrangieren. Wizoobooks Verlag 02/2009, Wege zum perfekten Orchestersatz am Computer.

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