Bühnenbildner

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Der Bühnenbildner - auch Ausstatter oder Szenograf genannt - entwirft das Bühnenbild für die einzelnen Szenen einer Inszenierung bzw. eines Films.

Aufgaben:

Nach ersten Textanalysen und Recherchearbeiten entwirft und skizziert er, nach Vorgaben des Regisseurs und Dramaturgen, Vorschläge für das Bühnenbild. Um sowohl deren Raumwirkung als auch die technischen und szenischen Vorgänge zu simulieren, fertigt er anschließend maßstabsgetreue Modelle an. Ergeben diese ein stimmiges und funktionierendes Gesamtkonzept beginnen Plastiker mit der Umsetzung auf der Bühne bzw. am Filmset. Ob an den Vorschlägen noch nachgebessert oder etwas umgeändert werden muss, wird bei der sogenannten Bauprobe auf der Bühne festgestellt. Bei seiner Arbeit stimmt er sich eng mit dem Bühnenhandwerker, dem Kostüm- und Maskenbildner sowie dem Beleuchtungsmeister ab. In der Realisierungsphase arbeitet er mit den Werkstättenleitern zusammen, die seinen Entwurf praktisch umsetzen. Seine Ideen bezüglich der Umbauten zwischen den einzelnen Szenen gibt er an die Bühnenhandwerker weiter.

Voraussetzungen:

Die wichtigsten Voraussetzungen zur Ergreifung dieses Berufs sind neben Organisationstalent und Verhandlungsgeschick eine reiche Fantasie, Kreativität und eine gehörige Portion Pragmatismus. Der Bühnenbildner muss in der Lage sein, auf Basis eines Textes und der Ideen des Regisseurs ein Bühnenbild zu entwerfen, das sich harmonisch in das gesamte Umfeld einer Inszenierung einpasst. Darüber hinaus sollte ein angehender Bühnenbildner über eine gute Allgemeinbildung und architektonisches Wissen verfügen, sowie ein fundiertes Wissen in Kunst- und Kulturgeschichte, Stil-, Material- und Kostümkunde besitzen. Hinzu kommen eine ausgeprägte zeichnerische, malerische und handwerkliche Begabung.

Ausbildung:

Formal bestehen keine festgeschriebenen Voraussetzungen für den Beruf des Bühnenbildners. Empfehlenswert ist eine vorhergehende Ausbildung zum Bühnenmaler bzw. Bühnenplastiker. Der Bewerbung an der Kunstakademie ist eine Mappe mit Arbeitsproben beizulegen, aus der die besondere Begabung des Bewerbers hervorgeht. Das meist fünfjährige Studiums beinhaltet im Allgemeinen folgende Fächer:

  • Entwurfsübungen
  • Modellgestaltung
  • Maltechnik
  • Beleuchtungstechnik
  • Kunst- und Theatergeschichte
  • Stil- und Kostümkunde
  • Dramaturgie
  • Schriftzeichnen
  • Perspektive
  • Architektur
  • Körperzeichnen.

Arbeitsmöglichkeiten:

Als Bühnenbildner kann man grundsätzlich überall dort arbeiten, wo Bühnen und Kulissen aufgebaut und gestaltet werden. Dazu zählen Schauspiel- und Opernhäuser, Theater, Tourneetheater oder Musicalbühnen. Aber auch bei der Gestaltung für Film und Fernsehen kann ein Bühnenbildner oder ein Szenograf eine Anstellung finden. Mit mehrjähriger Berufserfahrung kann er zum Ausstattungsleiter aufsteigen.

Literatur:

  • Brach, K. : Bühnenbild/Stages, Theater der Zeit, 2010
  • Neumann, B.: Imitation of Life, Theater der Zeit, 2010
  • Schirmer, L. , Bühnenbilder und Kostüme, Henschel Verlag, 2005

Weblinks: