Bühnenfotograf

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Im Stillen, hinter der Linse seiner Kamera beobachtet er das Bühnengeschehen und wartet auf den richtigen Moment. Wenn das Schauspiel oder Konzert seinen Höhepunkt erreicht, bewegende oder spannende Szenen zu sehen sind, dann drückt er auf den Auslöser. Seine Kunst ist es, ohne selbst gesehen zu werden, die schönsten Szenen einzufangen.

Aufgaben:

Eine der größten Herausforderungen seines Berufes ist es, in abgedunkelten Bühnenräumen gestochen scharfe Fotos zu machen. Den Blitz dabei zu verwenden ist ein absolutes Tabu für den Bühnenfotografen. Um die dramatischen, spannenden und freudigen Szenen und Momente auf der Bühne einzufangen ist die Lichtstimmung von immenser Wichtigkeit. Das Blitzlicht einer Kamera würde jedoch genau diese, durch das zusätzliche, helle Licht zerstören. Gelungen ist seine Arbeit dann, wenn er mit nur wenigen Fotos die zentrale Stimmung und Aussage eines Stücks einzufangen weiß oder er es schafft die euphorische Stimmung eines Konzerts oder eines Liveevents in Bildern wiederzugeben. Das gelingt ihm vor allem dann, wenn er sich gut auf den Fototermin vorbereitet hat. Das bedeutet er arbeitet sich in ein Theaterstück ein und informiert sich über den Ablauf des geplanten Bühnenauftritts. Darüber hinaus sollte er mindestens einmal vor dem eigentlichen Fototermin eine Probe besuchen. Nur zu den Konzertauftritt oder der Theatervorstellung selbst zu kommen, reicht in den meisten Fällen nicht aus. Denn dann kann es sein, dass er einen ausschlaggebenden und ausdrucksstarken Moment in einem Theaterstück verpasst. Kennt der Bühnenfotograf hingegen das Stück oder den Konzertablauf bereits, weiß er genau, wann er seinen Finger am Auslöser haben muss. Zudem kann er sich vorbereitende Notizen zu den wechselnden Farb- und Lichtverhältnissen machen.

Aber auch die tatsächliche Arbeitszeit des Bühnenfotografen spielt sich meist während der Proben ab. Nicht selten gibt es eigene Fotoproben, die für ein ungestörtes Fotografieren angesetzt ist. Dabei muss der Bühnenfotograf immer darauf achten, dass er bei seiner Arbeit nicht die Inszenierung stört. Um Störungen von vornherein zu vermeiden, bekommen die Bühnenfotografen in manchen Fällen von vornherein einen bestimmten Standort zugewiesen. Hat er freie Platzwahl, sollte er sich frühzeitig nach einem geeigneten Ort umsehen, von dem aus er einen guten Blick auf das Bühnengeschehen hat.

Zu seiner Ausrüstung gehört: eine Spiegelreflexkamera und lichtstarke Objektive mit verschiedenen Brennweiten. Mit ihnen kann er von der Nahaufnahme bis hin zur Totalen unterschiedliche Einstellungen wählen. Neben dem tatsächlichen Fotografieren muss sich jeder Fotograf, egal ob er sich auf die Bühnenfotografie spezialisiert hat oder auf den Pressebereich, auch mit der digitalen Bildbearbeitung auskennen. So kann er Bilder am Computer überarbeiten, aufhellen, nachbelichten oder beispielsweise die Farben intensivieren. Manche Bühnenfotografen bieten auch an, für die Presseabteilungen Theaterplakate, Programmhefte oder Annoncen grafisch zu bearbeiten. Denn oft dienen die Bühnenfotos nicht nur der Dokumentation des Stücks, sondern auch der Werbung und dem Marketing.

Voraussetzungen:

Da jedes Foto stark mit dem Blick des Fotografen zusammenhängt, sollte jeder angehende Fotograf, egal ob er auf der Bühne fotografiert oder in einem Studio, einen „wachen und geschärften“ Blick besitzen. Entscheidend für seine Arbeit sind sein ästhetisches Bildempfinden und seine künstlerische Bildgestaltung und Inszenierungen. Denn seine Bilder werden dann ansprechend, wenn er die Akteure und Bühnenelemente in raumästhetischen Bezug miteinander zu stellen weiß. Zudem sollte ein Bühnenfotograf ein technisches und physikalisches Grundverständnis mitbringen. Einerseits um seine Kamera bedienen zu können, andererseits um die Optik einschätzen zu können.

Ausbildung:

In den Beruf des Bühnenfotografen führt meist ein Weg über eine duale Ausbildung oder ein Studium der Fotografie. Eine Berufsausbildung dauert in der Regel drei Jahre, ein Bachelorstudium meist ebenso lang (sechs Semester). Da die Studienplätze meist sehr begehrt sind, fordern die meisten Hochschulen eine Bewerbungsmappe. In dieser soll das künstlerisch-gestalterische Talent beweisen werden. Zu den Lehrinhalten gehört unter anderem: Fotogeschichte, Fototheorie, Fototechnik, Kunst, Labortechnik oder auch Bildbearbeitung. Spezialisierungsmöglichkeiten während des Studiums sind beispielsweise in folgenden Bereichen mögliche: Bildjournalismus, Werbefotografie, Dokumentarfotografie oder etwa künstlerisch-konzeptuelle Fotografie. Die Spezialisierung auf den Bühnenbereich erfolgt entweder während des Studiums, der Ausbildung oder beim anschließenden Arbeiten.

Arbeitsmöglichkeiten:

Viele Bühnenfotografen arbeiten als Freiberufler und werden für die jeweiligen Inszenierungen oder Auftritte gebucht. Manche Verträge beziehen sich jedoch auch auf eine ganze Spielzeit oder Theatersaison. Größere Theater, Opernhäuser oder Musicalbühnen haben teilweise auch eine eigene Werbe-Abteilung mit Fotografen. Bewerben können sich Bühnenfotografen prinzipiell überall dort, wo es ein Bühne gibt, auf der etwas fotografiert werden soll: Das kann im Theater oder einem Festspiel sein, einer Oper, bei einem Musical oder einem Konzert.

Weblinks: