Bildbearbeiter/Retuscheur

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Er sorgt dafür, dass Models auf Werbeplakaten perfekte Haut haben oder dass beworbenes Gemüse in Prospekten makellos und zum anbeißen lecker aussieht. Früher war das Handarbeit, heute geschieht die Bildbearbeitung und Retusche fast ausschließlich digital am Computer.

Aufgaben:

Seit Arbeitsplatz ist vor dem Computer, sein wichtigstes Arbeitswerkezeug, der Bildschirm. Hier bearbeitet er Produkt- und Modelaufnahmen – sowohl für digitale, als auch Printmedien. Dabei korrigiert er die Farbgebung, nimmt Kontrast- und Schärfeanpassungen vor, verfremdet Aufnahmen, entfernt Bildfehler, Kratzer und Hautunebenheiten. Sollen mehrere Fotos oder Bildelemente miteinander kombiniert werden, fertigt er die passenden Fotomontagen. Dafür erstellt er beispielsweise Freisteller, indem er mit einem digitalen Bildbearbeitungsprogramm ein Bildobjekt aus dem Gesamtfoto ausschneidet. Er filtert sozusagen ein Element aus der restlichen Umgebung des Bildes heraus. Sorgfältig kann er dies mit einzelnen Personen- oder auch Objektaufnahmen durchführen. In einem weiteren Schritt fügt er diese einzelnen Fotoelemente so zusammen, dass die künstliche Montage für das Auge des Betrachters nicht mehr sichtbar ist. Passt der Hintergrund eines Fotos nicht oder befinden sich störende Bildelemente im Fotoausschnitt, lässt er diese mit wenigen Klicks verschwinden. Besonderes Augenmerk muss er bei dieser Arbeit auf den Schattenwurf und die Lichtreflexe richten, so dass die Montage realistisch und möglichst natürlich wirkt. Alte, analog gefertigte Fotos scannt und digitalisiert er oder restauriert sie, wenn sie abgegriffen sind, Flecken, Kratzer oder Risse aufweisen. Mit digitalem Colormanagement verhindert er, dass es beim Scannen oder Drucken zu Farbverfälschungen kommt.

Je nach Arbeitsverhältnis und Auftraggeber arbeitet der Bildbearbeiter/Retuscheur nach vorgegebenem Layout oder in Eigenregie. Sein Aufgabenfeld ist eng verbunden mit dem des Fotografen, Grafikdesigners, Art-Direktors und Layouters. Arbeitet er in einem Fotostudio zählen auch Stylisten beziehungsweise Visagisten zu seinen Team-Kollegen. Sind die bearbeiteten Bilder für Printmedien vorgesehen, übernimmt er die Arbeiten bevor der Medientechnologe/-in Druck und der Medientechnologe Druckverarbeitung den Fertigungsprozess bis hin zum fertigen Printobjekt fortsetzen.

Durch die zunehmende Digitalisierung von Daten hat sich das Berufsfeld so erweitert, dass zahlreiche neue Berufe entstanden sind, die ähnliche Aufgaben übernehmen. Beispiele dafür sind etwa: Mediengestalter Digital und Print, Foto- und medientechnischer Assistent oder Gestaltungstechnischer Assistent. Nicht immer sind die einzelnen Aufgabenbereich klar voneinander zu trennen.

Voraussetzungen:

Ein Gespür für fotografische Umsetzung und einen künstlerisch-ästhetischen Blick für Farben, Formen und Konturen sollte jeder angehende Bildbearbeiter/Retuscheur mitbringen. Zu seinem Handwerkszeug gehört es, dass er gängige Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme wie InDesign, Photoshop und Adobe Illustrator beherrscht; auch Fertigkeiten in HTML sind oft gefragt. Darüber hinaus sollte er ein gutes technisches Verständnis mitbringen, zuverlässig die Kunden- oder Layoutvorgaben umsetzen und Änderungswünsche genau einarbeiten, stets mit Liebe zum Detail.

Ausbildung:

Um später einmal als Bildbearbeiter/Retuscheur zu arbeiten bieten sich verschiede Studiengänge an, etwa ein Grafik-, Foto- oder Mediendesign-Studium. Aber auch verschiedene Ausbildungsberufe im Bereich der Mediengestaltung können in diesen Beruf führen, beispielsweise der zum Mediengestalter Digital und Print.

Arbeitsmöglichkeiten:

Bildbearbeiter/Retuscheure arbeiten in den verschiedensten Bereichen der Druck- und Werbeindustrie, für Fotofachlabore, Kommunikationsagenturen, Verlage oder Medienhäuser. Auch als Freiberufler können sie arbeiten und ihre Arbeit als Dienstleistung anbieten.

Weblinks: