Continuity Person

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Szene1: Der Assistent des Kommisars hält Notizbuch und Kugelschreiber in der Hand. Er notiert was der Arzt über die Todeszeit der ermordeten Person berichtet – es leuchten nur zwei Taschenlampen.

Szene 2: Der Arzt diktiert weiter über die Würgemale der Assistent hat die Hand in der Hosentasche – die Deckenbeleuchtung ist eingeschaltet.

Der aufmerksame Zuschauer ist empört über diesen ‚Anschlussfehler’. Solche Anschlussfehler zu vermeiden, ist der Beruf des Continuity, er ist gewissermaßen "der Schatten" des Regisseurs!

Berufsbild

Die Arbeit des Continuity beginnt, noch bevor die erste Szene gedreht ist. Drei Tage für Fernseh-, fünf Tage für Kinofilme, so lautet eine Faustregel, haben die Continuitys Zeit, um sich ins Drehbuch einzuarbeiten.

Der "Continuity" hat den härtesten Job am Set. Während die meisten am Dreh Beteiligten ermüdend lange Wartepausen aushalten müssen, hat der Continuity nie Pause. Die Continuities sorgen dafür, dass von einem Drehtermin auf den anderen - dazwischen können Wochen liegen - alle wesentlichen Faktoren exakt die gleichen sind wie in der zuletzt gedrehten Einstellung.

So notieren sie u.a.:

  • Kamerastandpunkt
  • Einstellung
  • Wetter
  • Tageszeit
  • Kleidung
  • Frisur
  • Make-Up
  • Textänderungen etc.
  • Musik

Außerdem führen sie Buch über:

Zusätzlich fotografiert der Continuity den Aufbau der Szenen. Das erfordert eine hohe Konzentration, Auffassungsgabe und Belastbarkeit.

Ausbildung

Eine rechtlich geregelte Ausbildung für eine Tätigkeit als Continuity Person gibt es bisher nicht. Die meisten sind ‚irgendwie reingerutscht’ nachdem sie eine Reihe Praktika und Workshops durchlaufen haben. Berufserfahrung in der Filmwirtschaft oder absolvierte Weiterbildungslehrgänge in diesem Bereich sind von Vorteil. Als Vorbildung für die Tätigkeit als Continuity eignen sich Volontariate im Film- und Fernsehbereich, speziell im Schneideraum oder die Tätigkeit als Scriptgirl etc.

Karriere

Continuity Persons arbeiten bei Filmproduktionsgesellschaften, Fernsehanstalten, in Produktionsfirmen für Musikvideos, Fernsehbeiträge und Internetfilme sowie in Werbeagenturen. Bei einer Arbeitszeit von mindestens 50 Wochenstunden werden ca. 750 bis 900 Euro als Wochengage gezahlt, der Rest ist Verhandlungsgeschick.

Literatur

Franziska Werners: Continuity & Script bei Fernsehen und Film

Weblinks