Dirigent

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Als Besucher eines Konzertes sieht man ihn während der Aufführung nur von hinten: Im schwarzen Frack, mit ausladender Gestik und fliegenden Haaren fuchtelt der Maestro für den Laien unverständliche Muster in die Luft. Alle Musiker im Orchester jedoch achten auf jede Bewegung des Dirigenten, durch die er den Klangkörper zum Schwingen bringt von piano bis forte.

Was für den Zuschauer bisweilen wie Zauberei aussehen mag verlangt neben der Genialität und dem musikalischen Einfühlungsvermögen die Beherrschung eines Handwerkzeugs: der Taktstock. Mit diesem recht zierlichen Teil gibt der Dirigent die Einsätze für die verschiedenen Instrumentengruppen, bestimmt das Tempo bzw. Tempowechsel und zeigt die Taktart an. Für jede Taktart gibt es eine geometrische Figur, die der Dirigent in der Luft schlägt. Je nachdem, wo die Spitze des Taktstocks ist, wissen die Musiker an welcher Zählzeit eines Taktes sie sich befinden.

Die Aufgaben eines Dirigenten gehen jedoch weit über das reine Taktschlagen hinaus. Dirigenten regeln die Dynamik einer Aufführung sowie das Lautstärkeverhältnis der einzelnen Instrumentalgruppen zueinander, sie stellen die "Balance" des Ensembles her.

Den Beruf des Dirigenten gibt es erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Komponist Carl-Maria von Weber führte eine (bis heute gültige) Orchestersitzordnung ein und auch der Taktstock ist im Grunde seine Erfindung. Bis dahin hatte nämlich der erste Orchestergeiger die Einsätze mit seinem Geigenbogen oder der Cembalist mit einer Notenrolle angezeigt.

Erst als die Orchester immer größer und die Partituren immer dicker wurden, entstand der Beruf des Dirigenten. Mit der Gründung der großen Symphonieorchester und der Erfindung von Radio und Schallplatte wurden die "Halbgötter im Frack" zu den eigentlichen Superstars der klassischen Musik.


Aufgaben

  • Leitung eines Orchester oder Chors
  • Kontinuierliche Erweiterung des Repertoires
  • Besetzungsauswahl durch Probespiele
  • Pflege der musikalischen Qualität des Klangkörpers
  • Partiturstudium

Voraussetzungen

  • Musikalische Begabung
  • musikwissenschaftliches Wissen
  • Klavierausbildung
  • ein sehr gutes Gehör
  • künstlerischer Gestaltungswille
  • Durchsetzungsvermögen
  • Führungstalent.

Studium

Dirigieren studiert man an der Universität bzw.der Musikhochschule. Inhalte des Studiums sind:

  • Korrepetition (Klavierauszugsspiel)
  • Partitur- und Generalbassspiel
  • Alte Schlüssel
  • Transponieren
  • Rhythmikstudien
  • Formenlehre
  • Instrumentation
  • Gehörbildung
  • Akustik
  • Instrumentenkunde
  • Musikgeschichte

Literatur

Axelrod, J., Wie großartige Musik entsteht ..., Bärenreiter & Henschel
Barenboim, D., Klang ist Leben, Pantheon
Roelcke E., Der Taktstock, Zsolnay

Weblinks