Garderobier

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Wenn sich ein Schauspieler während eines Szenenwechsels schnell vom Bettler zum König verwandeln soll, dann ist der Einsatz des Garderobiers beziehungsweise Ankleiders gefragt. Hinter der Bühne hilft er dabei Kostüme erst anzuziehen und dann aus- oder umzuziehen. Auch um die Kostümpflege kümmert er sich.

Aufgaben:

Einige Kostüme sind kompliziert alleine anzuziehen, andere haben viele Accessoires oder dazugehörige Requisiten. Damit der Schauspieler sich voll und ganz auf seinen Auftritt konzentrieren kann, nimmt ihm der Garderobier die Aufgabe ab, hier den Überblick zu behalten. Er kümmert sich darum, dass die Künstler für die Vorstellung ordnungsgemäß angekleidet sind und gegebenenfalls während der laufenden Vorstellung oder Dreharbeiten umgezogen werden. Somit betreut der Garderobier sowohl die Kostüme, als auch die Künstler. Damit auch er den Überblick behält, orientiert er sich an dem sogenannten Kostümauszug, den er vom Kostümbildner erhält. Auf diesem ist vermerkt, welche Kleidung die Darstellerinnen oder auch [Moderator|Moderatoren]] zu welchem Zeitpunkt tragen sollen. Sollte es während der Aufführung oder des Drehs passieren, dass ein Schleier oder ein Knopf abreißen, sich eine Naht auftrennt oder ein Reißverschluss hakt, dann muss der Garderobier flinke Finger beweisen. Hinter der Bühne muss er diese Schäden schnell flicken können. Fallen größere Reparaturen an, ist es seine Aufgabe das Kostüm nach der Aufführung in die Kostümwerkstatt zu bringen und rechtzeitig wieder abzuholen. Er ist dafür verantwortlich, dass alle Kostüme in Stand gehalten werden, sauber und gewaschen sind und ohne jegliche Schäden und Mängel den Schauspielern bereit stehen. Reist ein Schauspielensemble für ein Gastspiel an ein fremdes Theater, ist der Garderobier für das Zusammenpacken der Kostüme zuständig. Er muss planen und organisieren, dass alle Kostüme, Ersatzteile und Accessoires mitgenommen werden. An kleiner Spielstätten oder Filmproduktionen übernehmen Garderobieren teilweise auch die Aufgaben des Gewandmeisters oder Kostümbildners. Dann sind sie auch für die Kostümbeschaffung zuständig und bestellen Neuanfertigungen, etwa bei einem Maßschneider.

Voraussetzungen:

Da ein Garderobier viel mit Kleidung und Menschen zu tun hat, sollte er mit beidem gut umgehen können. Bezogen auf die Kleidung heißt das, er sollte nähen können, um kleine Schäden flink flicken zu können und sich mit Kleidung, Stoffen und Accessoires auskennen. Kenntnisse in der Textilpflege sind daher wichtige Voraussetzung. Vor verschwitzten oder dreckigen Kostümen darf er sich nicht ekeln. Auf den Menschen bezogen heißt es, er sollte ein gewisses Geschick haben mit Menschen umzugehen und er sollte kommunikativ und hilfsbereit sein. Denn, er soll die Künstler entlasten, unterstützen und gegebenenfalls auch vor Auftritten beruhigen können. Darüber hinaus wird in Jobausschreibungen verlangt, dass ein Garderobier zuverlässig, teamfähig und belastbar ist.

Ausbildung:

Um als Garderobier zu arbeiten, ist in der Regel eine Ausbildung beispielsweise zum Mode- oder Maßschneider erforderlich oder Berufserfahrung in der Textilbranche. Eine explizite Ausbildung, die für die Arbeit des Garderobiers vorbereitet, gibt es jedoch nicht. Da der Beruf des Maßschneiders in den vergangenen Jahren immer seltener wird, zeichnen sich auch andere Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf ab. Bei gutem handwerklichem Geschick haben auch berufsfremde Bewerber eine Chance als Garderobier arbeiten zu können. Für diese gilt in der Regel, dass sie nach etwa drei Jahren eine Facharbeiterprüfung ablegen können und anschließend eine bessere Bezahlung erhalten.

Arbeitsmöglichkeiten:

Neben den Arbeitsmöglichkeiten am Theater, an der Oper, an Musicalbühnen oder Schauspielhäusern können Garderobiere oder Ankleider auch bei Film- und Fernseheproduktionen mitarbeiten.

Weblinks: