Intendant

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Ein Intendant hat die oberste Führungsposition einer künstlerischen oder journalistischen Einrichtung inne. Übergeordnet kann er als Geschäftsführer bezeichnet werden, der auch die inhaltliche Ausrichtung von Rundfunkanstalten, Theaterspielstätten, Opernhäusern, Orchesterbetrieben oder Festspielen vorgibt. Seine Aufgaben setzten sich, je nach Wirkungsstätte, unterschiedlich zusammen.

Aufgaben:

Grundsätzlich ist er jedoch für den künstlerischen bzw. journalistischen, wirtschaftlichen und administrativen Ablauf des Gesamtbetriebs verantwortlich. Darüber hinaus trifft er, meist mit einem beratenden Gremium, weitreichende Programm- und Personalentscheidungen. Häufig ist der Intendant zwar nach außen hin der alleinverantwortliche Leiter einer künstlerischen oder journalistischen Einrichtung, nach innen sind seine Kompetenzen jedoch meist eingeschränkt (eingeschränkte Intendantenführung). Hier liegen die Entscheidungskompetenzen bei den einzelnen Arbeitsbereichen, Direktoren oder Gremien.

Im künstlerischen Bereich:

An Theatern, Opernhäusern, Orchesterbetrieben oder bei Festspielen ist der Intendant damit betraut, das künstlerische Gesamtkonzept vorzugeben und umzusetzen. Dabei ist er an die zur Verfügung stehenden Finanzmittel gebunden und muss die Ziele des Theaterträgers berücksichtigen. Im künstlerischen und administrativen Bereich ist er zuständig für: die Konzeption des Spielplans, das Engagieren der Künstler, Regisseure, Dramaturgen, Bühnenbildner etc. Gegenüber der Öffentlichkeiten präsentiert und vertritt der die Interessen des Theaters. Im administrativen und wirtschaftlichen Bereich ist er unter anderem dafür zuständig, den Theaterbetrieb organisatorisch zu steuern, auf seine Wirtschaftlichkeit hin zu analysieren und den jährlichen Theateretat zu planen. Bei seiner künstlerischen Arbeit wird er von den künstlerischen und technischen Bühnenvorständen wie etwa dem Dramaturgen oder dem Spielleiter unterstützt. Gleichbedeutend mit dem Intendanten wir teilweise auch die Bezeichnung des Theaterdirektors verwendet. An großen Theatern in Deutschland ist der Intendant oft für über 1.000 Mitarbeiter verantwortlich und verfügt über einen hohen zweistelligen Millionenbetrag als Jahresetat. An staatlichen Bühnen oder für die Intendanz von Festspielen erfolgt häufig eine Ernennung oder Berufung durch ein Kuratorium.

Im journalistischen Bereich:

Der Intendant einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ist ihr oberstes Exekutivorgan. Ähnlich wie in künstlerischen Einrichtungen ist er, formal gesehen, der Alleinverantwortliche für den Betrieb und die Programmgestaltung. In seine Position gelangt er, meist für eine Amtsperiode von fünf Jahren, durch die Wahl des Rundfunkrats. Auch wenn er, ähnlich wie der Theaterintendant, die Anstalt leitet, ist er in der Praxis in seiner Entscheidungskompetenz eingeschränkt. Gerade wenn es darum geht leitende Positionen zu besetzen oder Entscheidungen mit großer finanzieller Reichweite zu fällen, ist er auf die Zustimmung des Rundfunk- bzw. Verwaltungsrats angewiesen.

Voraussetzungen:

Ungeachtet der Wirkungsstätte, muss ein Intendant viel Verantwortung tragen, stressresistent sein, Entscheidungen treffen können und Verhandlungsgeschick beweisen. Darüber hinaus sollte er klare Vorstellungen haben, welches künstlerische oder journalistische Profil an seiner Wirkungsstätte präsentiert werden soll. Im Theater oder an der Oper sind Schauspiel- und Bühnenkenntnisse ebenso wichtig, wie in Rundfunkanstalten langjährige journalistische Erfahrung in leitenden Positionen. Darüber hinaus sind in allen Bereichen Personalführungskompetenzen und betriebswirtschaftliches Know-how vonnöten.

Ausbildung:

Eine explizite Ausbildung zum Intendanten gibt es nicht. Da diese Position jedoch die höchste Führungsposition an Schauspielhäusern, Rundfunkanstalten u.Ä. ist, wird in jedem Fall ein Hochschulstudium vorausgesetzt – ggf. auch eine Promotion. In den meisten Fällen führt auch nur eine lange berufliche Erfahrung in die Position des Intendanten. Im künstlerischen Bereich werden meist Schauspieler, Dramaturgen oder Regisseure mit langjähriger Berufserfahrung zum Intendanten berufen. Unabdingbar ist dabei eine gute Kenntnis der Strukturen am Theater und praktische Erfahrung. Als gute Grundvoraussetzung gilt grundsätzlich das Studium der Germanistik, der Kunstgeschichte, der Literatur und der Theaterwissenschaft. Mittlerweile wird in der Schweiz, an der Universität Zürich, allerdings ein Weiterbildungs-Studiengang zum Executive Master of Arts Administration angeboten. Im journalistischen Bereich werden ebenso umfassende Kenntnisse der Branche, der journalistischen Arbeitsabläufe und langjährige Berufserfahrung vorausgesetzt. Dem kann ein Journalistik- oder Fachstudium mit anschließendem Volontariat vorausgegangen sein.

Weblinks: