Komponisten

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Komponist/in

Komponisten schaffen zumeist abendfüllende Werke und unterscheiden sich damit von den Songwritern, deren Stücke im allgemeinen nicht länger als 3 Minuten dauern. Dies ist eine grobe Unterscheidung und keinesfalls ein Qualitätsurteil! Beide brauchen für ihre Arbeit große musikalische Begabung, Phantasie und Einfühlungsvermögen.

Komponisten finden ein reichhaltiges Betätigungsfeld vor, sie schreiben für Ballettgruppen, Symphonie- und Rundfunkorchester, Kapellen und Chöre, Opern- und Schauspielhäuser oder Theater- und Konzertveranstalter. Ebenso komponieren sie für Musikvereine, Musikhochschulen und -akademien oder Musikschulen, erstellen Werbejingles und Filmmusiken.

Häufig handelt es sich dabei um Auftragsarbeiten, d. h. sie entwickeln Tonfolgen nach den Vorgaben ihrer Auftraggeber, legen die fertige Komposition vor, und ändern das Stück entsprechend den Änderungswünschen, bis die Auftraggeber mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Nicht beauftragte Kompositionen bieten sie potenziellen Abnehmern wie Verlagen, Opernhäusern, Filmstudios oder Werbeagenturen an.

Ein typisches Merkmal des klassischen Komponistenberufs ist, dass seine Werke von anderen Musikern aufgeführt werden können. Komponisten haben in der Regel ein Werkverzeichnis, das Stücke verschiedener Gattungen enthält, und Verlagspartner, welche die Kompositionen für Aufführungen bereitstellen. Die Bedeutung eines Komponisten wird durch Preise und Stipendien unterstrichen.

Wenn auch sogenannte Dilettanten (z. B. Frank Zappa, Charles Ives) hervorragende Kompositionen geschaffen haben, so ist doch meistens die möglichst perfekte Beherrschung des ‚Handwerkzeugs’ Voraussetzung für erfolgreiches Schaffen. Das erlernt man in der nachfolgend beschriebenen

Ausbildung

Das Kompositionsstudium an den deutschen Musikhochschulen erfordert ein meist zehnsemestriges künstlerisches Vollstudium oder auch im Zusammenhang mit dem Studium eines Instrumentalmusikers. Anschließend kann ein Master-Studium (1-2 Jahre) absolviert werden.

Diese Fächer werden gelehrt:

  • Komposition oder Elektronische Komposition
  • Harmonielehre
  • Kontrapunkt
  • Werkanalyse
  • Instrumentation
  • Gehörbildung
  • Akustik
  • Instrumentenkunde
  • Formenlehre
  • Klavier
  • Generalbass- und Partiturspiel
  • Musik- und Bühnenrecht
  • Methodik und Aufführungspraxis
  • Geschichte der Neuen Musik
  • Operngeschichte

Zulassungsvoraussetzung für ein Studium an Universitäten und Musikhochschulen ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder ein von der zuständigen Stelle des Bundeslandes (Kultusministerium oder Staatliches Schulamt) als gleichwertig anerkanntes Zeugnis. Hinzu kommt eine spezielle Aufnahmeprüfung.

Daneben wählen die Hochschulen ihre Studierenden auch zunehmend durch eigene Zulassungsverfahren aus. Bei Nachweis einer besonderen künstlerischen Begabung kann die Aufnahme je nach Hochschule auch unabhängig von der vorausgegangenen Schulbildung erfolgen.

Business

Die Berufsbezeichnung des Komponisten ist nicht staatlich geschützt, jeder kann seine Musikwerke zum Verkauf anbieten. In der Regel arbeitet man als Komponist freiberuflich. Wer in dieses Business einsteigen will braucht, vor allem im Bereich der zeitgenössischen Musik, ein gutes Netzwerk und Kontakte in allen möglichen Bereichen. Es schadet nicht, sich ein zweites Standbein zu schaffen, z.B. als Musiklehrer.

Auf alle Fälle sollte man sich in den Bereichen Film-, Bühnen- oder Werbemusik umschauen und am besten einen Verlag finden, mit dem man einen Autorenexklusivvertrag abschließen kann.

Literatur:

  • Beruf und Handwerk des Komponisten. Illusionslose Gespräche, Kritiken, Aufsätze (Reclams Universal Bibliothek, 825)
  • von Arthur Honegger von Reclam Verlag (Taschenbuch -1980)
  • »... ganz verrückt nach Musik«: Die Jugend großer Komponisten von Ulrich Rühle von Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Heiner Gembris; Daina Langner: Von der Musikhochschule auf den Arbeitsmarkt: Erfahrungen von Absolventen, Arbeitsmarktexperten und Hochschullehrern, Augsburg: Wißner, 2005
  • Walter Salmen: Beruf: Musiker: verachtet - vergöttert - vermarktet; eine Sozialgeschichte in Bildern, Kassel [u.a. u.a.] : Bärenreiter [u.a. u.a.], 1997

Links

http://www.gema.de/http://www.vdmplus.de/http://www.vioworld.de/http://www.kulturmanagement.net/http://www.theaterjobs.de/http://www.buehnenverein.dehttp://www.miz.org
http://www.musikhochschule-muenchen.mhn.de/
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