Kostümfärber

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Der Kostümfärber oder auch Kostümpatinierer genannt, lässt majestätische Kostüme in royalem Purpur erstrahlen, Soldatenuniformen verschlammt und verknittert oder Lederstiefel ausgetreten und alt aussehen. Die Bezeichnung Kostümmaler bzw. Kostümfärber bezieht sich auf den Theaterbereich, die des Kostümpatinierers auf den Film- und Fernsehbereich. Er arbeitet dabei mit der gesamten Kostümabteilung, bestehend aus Maßschneider, Kostümbildner und Kostümdirektor, zusammen.

Aufgaben:

Nach einem vorgegebenen Farbmuster färbt, bemalt oder besprüht der Kostümfärber oder Kostümpatinierer Stoffe, Schuhe, Kopfbedeckungen oder Accessoires. Darüber hinaus arbeitet er auch daran, Sachen alt, verdreckt oder verstaubt aussehen zu lassen, wie etwa Schmuck, Rüstungen, Knöpfe oder Gürtelschnallen. Sein vorgegebenes Farbmuster, nach dem er arbeitet, ist auf die Bühnen- oder Filmbeleuchtung abgestimmt. Nur wenn die Kostümfarben und die Beleuchtung aufeinander abgestimmt sind, entsteht ein stimmiges, authentisches und harmonisches Gesamtbild - auf der Bühne ebenso wie vor der Kamera. Schon kleine Farbabweichungen hingegen können, in Kombination mit dem Scheinwerferlicht, eine gänzlich andere Wirkung und Atmosphäre entstehen lassen, als es vom Regisseur ursprünglich vorgesehen war. Um Kostüme schillernd, alt oder getragen aussehen zu lassen, stehen dem Kostümfärber verschiedene Techniken zur Verfügung. Bei Färbungen, die nicht auf Dauer angelegt sind, werden etwa Fette, Wachse, Öle oder Puder verwendet. Da manche Stoffe oft sehr empfindlich und kostbar sind und sie kein häufiges Färben, Umfärben oder Entfärben vertragen, muss mit großer Achtsamkeit gearbeitet werden.

Voraussetzung:

Da sich im Beruf des Kostümfärbers alles um Farben und die richtige Farbgebung dreht, sollte ein angehender Kostümfärber in jedem Fall ein besonders ausgeprägtes Gespür für Farben mitbringen. Darüber hinaus sollte er auch über handwerkliches Geschick verfügen und zeichnen können. Denn: Die Schablonen für die Kostümbemalungen werden oft speziell angefertigt und entworfen. Auch ein gutes Einfühlungsvermögen in künstlerische Prozesse, Teamgeist und selbständiges Arbeiten wird in vielen Fällen in diesem Beruf vorausgesetzt.

Ausbildung:

Um den Beruf des Kostümfärbers oder Kostümpatinierers auszuüben, ist ein Quereinstieg nicht unüblich. Einen offiziellen Werdegang gab es bisher nicht. Ab September 2013 wird jedoch auch eine einjährige Weiterbildung in Leipzig angeboten, die zum Kostümfärber ausbildet. Die Weiterbildung ist teils in Abend- und teils in geblockte Wochenendseminare aufgeteilt. Die interdisziplinär ausgerichtete Fortbildung umfasst die Bereiche der Farbpsychologie, Textil- bzw. Stoffkunde und das künstlerische Zeichnen. Voraussetzung ist eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung. Der Bereich Kostümpatinierung wird auch an Film-Schulen mit dem Schwerpunkt "Kostümbild bei Film und Fernsehen" unterrichtet, etwa in Köln und Berlin.

Arbeitsmöglichkeiten:

Kostümfärber oder Kostümpatinierer können an Theatern, Schauspiel- oder Opernhäusern arbeiten. Jedoch haben meist nur größere Spielstätten einen eigenen Kostümfärber bzw. Patinierer. In vielen kleineren Häusern werden diese Aufgaben von der Kostümabteilung, von Hospitanten oder Kostümassistenten übernommen. Darüber hinaus können Kostümfärber bzw. Patinierer auch bei Film- und Fernsehproduktionen mitarbeiten und so die Authentizität der Kostüme vor der Kamera verstärken.

Weblinks: