Leitartikel

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Im Zeitalter der Aufklärung wurde die menschliche Vernunft zum Maßstab jeden Handelns erklärt. Der bedeutendste Philosoph der Aufklärung, Immanuel Kant, gab die Losung aus: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!". Dies führte auch zu der Forderung und Durchsetzung einer Meinungs- und Pressefreiheit.

Diente die Zeitung bisher einer ‚neutralen’, von absolutistischen Herrschern zensierten Nachrichtenvermittlung, so fand nun auch eine parteiergreifende Meinung ihren Platz in den Blättern. Um die Wende des 19. Jahrhunderts entsteht der Leitartikel, als dessen Erfinder Joseph von Göres gilt, dessen „Rheinischer Merkur“ regelmäßig eine politische Stellungnahme druckte. Seitdem gilt der Leitartikel als „Flagge der Zeitung“, wie Claudia Mast schreibt.

Der Leitartikel gehört, wie der Kommentar und die Glosse zu den meinungsbetonten Darstellungsformen im Journalismus. Er ist ein an prominenter Stelle platzierter Meinungsartikel, der die Meinung eines Redakteurs oder einer gesamten Redaktion zum Ausdruck bringt. Für den Leser eines Leitartikels ist stets erkennbar, dass es sich bei dem Inhalt um eine journalistische Meinungsäußerung, nicht um eine Nachricht oder einen Bericht handelt.

Kriterien des Leitartikels

Er hat einen besonderen, immer gleichbleibenden Platz und ist typographisch vom Rest der Seite abgehoben. Der Aufbau eines Leitartikels folgt im Wesentlichen einem klassischen Zeitungsartikel, hat also eine ausdrucksstarke Überschrift sowie einen Untertitel. Dann folgt der ‚Lead’, d.h. eine kurze und knappe Einleitung zur Andeutung des Themas des Artikels. Der Hauptteil besteht aus der eigentlichen Meinungsdarstellung und führt zum Schluss im Sinne eines Fazits, das den Leser zum Nachdenken anregen soll.

Einen Leitartikel schreibt kein Journalist ‚mal so nebenbei’. Der Leitartikel muss sich einer geeigneten Fachsprache bedienen, die für den Leser gut verständlich ist und nicht vom eigentlichen Sachverhalt ablenkt. Er muss in aktiver Sprache verfasst sein und soll nicht erzählend wirken.

Der Inhalt des Leitartikels kann sich auf wichtige wirtschaftliche und/oder politische Ereignisse des Tages beziehen. Auch zukünftige Entwicklungen können thematisiert werden. Diese Form bietet ausreichend Platz für eine Pro-Contra-Argumentation. Mit der deutlichen Darstellung der eigenen Meinung soll der Leser aufgefordert werden, sich ebenfalls eine Meinung zu bilden.

Literatur

La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus. 15., völlig neu bearbeitete Auflage. München: Paul List Verlag, 1999.

Mast, Claudia (Hrsg.): ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit. 8., Überarbeitet Auflage. Konstanz: UVK Medien 1998.

Meyer, Werner: Leitartikel, Kommentar, Glosse. In: Riederer, Mercedes (Hrsg.): Journalismus von heute. R.S.Schulze, 1999.

Nowag, Werner/ Schalkowski, Edmund: Kommentar und Glosse. Konstanz: UVK Medien, 1998. Reihe praktischer Journalismus, Band 33.

Schneider, Wolf/ Raue, Paul-Josef: Handbuch des Journalismus. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.

Links

http://www.dpa.com/dpa-news-talent.1006.0.html
Instrumente der Pressearbeit
Was ist Pressearbeit?

https://www.dpa-news.de/start.jsf?nh=prj719.1

http://thedomainfo.com/artikel-online-schreiben.de/

http://journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=441