Orchestermusiker

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Im Theater sitzen sie vor der Bühne, verborgen vor den meisten Zuschauerblicken, im schwarzen Frack oder Kleid. Gehört werden sie mit ihren Bratschen, Geigen, Querflöten, Harfen oder Cellos hingegen vom gesamten Publikum – die Orchestermusiker. Bei einzelnen Konzerten gehört ihnen die gesamte Bühne. Gemeinsam mit dem Dirigenten studieren sie musikalische Stücke ein und führen sie am Konzert- oder Vorstellungsabend auf.

Aufgaben:

Unabhängig davon, welches Instrument ein Orchestermusiker spielt, nimmt er an den gemeinsamen Proben teil. Wenn seine Abschnitte und Passagen gerade nicht geprobt werden, verfolgt er die restlichen Abläufe, Einsätze und Vorgaben des Dirigenten und liest die Noten mit. Denn damit ein Orchester aus mehreren Musikern harmonisch zusammensielen kann, müssen alle Musiker die Abläufe kennen. Zusätzlich zu den gemeinsamen Proben, übt jeder Orchestermusiker eigenverantwortlich seine zu spielendes Stücke. Da es bei Orchesterkonzerten um die gemeinsame Klangwirkung geht, sollten Orchestermusiker nicht auf eine Solokarriere aus sein. Nichts desto trotz gibt es auch in einem Orchester Rangfolgen unter den Musikern, beispielsweise in erste oder zweite Violine, erste oder zweite Flöte. Diejenigen Musiker, die jeweils die erste Stimme ihrer Instrumente anführen, heißen beispielsweise Soloflötist.

Voraussetzungen:

Grundvoraussetzung für den beruflichen Werdegang eines Orchestermusikers ist ein musikalisches Talent. Ein gutes musikalisches Gehör, Klangsinn und Rhythmusgefühl sollte jeder angehende Orchestermusiker von klein auf mitbringen. Darüber hinaus sind Teamgeist und Teamfähigkeit gefragt. Denn bei einem Orchester wird gemeinsam geprobt, gearbeitet und aufgeführt. Dies setzt bei jedem Orchestermusiker viel Disziplin, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz voraus. Da gerade größere Orchester oftmals Auftritte in unterschiedlichen Städten oder Ländern haben, sollten angehende Orchestermusiker auch örtlich flexible beziehungsweise bereit für Reisen sein. Grundsätzlich ist der Beruf des Orchestermusikers an unregelmäßige Arbeitszeiten geknüpft – häufig fallen diese auch aufs Wochenende.

Ausbildung:

Da der Beruf des Orchestermusikers nicht kurzfristig ergriffen werden kann, sollte bereits im Kindesalter mit dem Instrumentalunterricht begonnen werden. Als Anfangsalter gelten allgemein: für Geige und Klavier 6 Jahre, für Cello 8 bis 10 Jahre, für Flöte und Blechblasinstrumente 10 Jahre und für Rohrblatt- oder Blattinstrumente 12 bis 14 Jahre. Aber nicht nur die Praxis, also das Spielen eines Instruments sollte früh begonnen werden, auch die Musiktheorie und Gehörbildung sollte früh gefördert werden. Dies kann beispielsweise durch ein Musikgymnasium beziehungsweise eine Schule mit musischem Schwerpunkt unterstützt werden. Denn Instrumentalunterricht und Musiktheorie gehören dort bereits zum regulären Schulunterricht. Auch praktische Erfahrungen beispielsweise in einem Jugendorchester sind von Vorteil. Rückt das Ende der Schulzeit näher, lohnt es sich früh nach weiterführenden Angeboten umzusehen. Manche Hochschulen oder Akademien haben beispielsweise studienvorbereitende Abteilungen oder nehmen besonders begabte Musiker als Vorschüler beziehungsweise Gaststudenten auf. Über das individuelle Unterrichtsangebot und die Aufnahmebedingungen sollte man sich rechtzeitig informieren.

Welche schulischen Voraussetzungen an Hochschulen, Musikhochschulen, Konservatorien oder Fachakademien erwartet werden, ist unterschiedlich. An manchen reicht ein mittlerer Bildungsabschluss, an anderen wird eine Hochschulreife verlangt. Darüber hinaus muss jeder Bewerber eine Aufnahmeprüfung antreten. Diese besteht meist daraus ein vorbereitetes Stück vorzuspielen, weitere Stücke vom Blatt zu spielen (ohne Vorbereitung), musikhistorischen und -theoretischen Tests sowie einer Prüfung in Gehörbildung. Das Aufnahmealter liegt zwischen 16 und 26 Jahren. Ist diese Aufnahmeprüfung bestanden, durchlaufen die jungen Musiker eine drei bis sechsjährige Ausbildung. In dieser lernen sie unter anderem: ein Pflichtfachinstrument (Hauptinstrument und Nebeninstrument), das Partiturspiel, Gehörbildung, Gesang, Stimmbildung und Sprecherziehung oder auch Musikgeschichte, Musiktheorie oder Instrumentenkunde und Akustik. Nach oder teils auch schon während der Ausbildung können die angehenden Orchestermusiker sich für ein Volontariat in einem Orchester bewerben. Dieses dauert in der Regel ein Jahr und ermöglicht es Proben- und Konzerterfahrung mit einem professionellen Orchester zu sammeln.

Arbeitsmöglichkeiten:

Ein Orchestermusiker kann in Theater-, Rundfunk- oder auch Konzertorchestern spielen. Meist beginnt ein Engagement mit einem Vorspiel beziehungsweise einem Probespiel. In diesem muss er sich gegen Mitbewerber durchsetzen. In Deutschland sind viele Orchester an Theater angegliedert. Das bedeutet, sie üben begleitende Musikstücke für die Theateraufführungen ein. Breiter ist das musikalische Repertoire meist bei Rundfunk- oder Konzertorchestern. Aber auch in professionellen Big Bands können Orchestermusiker ein Engagement finden. Die Honorierung unterscheidet sich in einem Orchester oft je nach Instrument und Aufgabe innerhalb des Orchesters.

Weblinks: