Requisiteur

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Sollte die Vase im Biedermeier-Stil vielleicht etwas weiter links auf dem Tisch stehen und das weiße Telefon mit Wählscheibe vielleicht etwas weiter rechts? Was ist mit dem Schnee, der hinter dem Fenster rieseln soll und wie steht es generell mit dem kompletten Szenenbild, so dass der Umschnitt, etwa beim Film, nachher auch passt? Erst wenn alles an seinem Platz ist, kann der Dreh oder die Vorstellung beginnen – dafür sorgt der Requisiteur.

Berufsbild

Requisiteure sind in der Ausstattung bei Film- und Fernsehen oder am Theater tätig. Sie statten nach Angaben des Bühnen-, Szenen- oder Kostümbildners sowie des Regisseurs eine Produktion mit Requisiten und Effekten aus, die sie vorher ausgewählt und beschafft haben. Beim Dreh oder der Vorstellung richten sie die Szenen ein. Kommen bestimmte Requisiten wie etwa Waffen, Tiere oder Spezialeffekte zum Einsatz, müssen sie nicht nur die Qualitätsanforderung und die Rechtsvorschriften kennen und beachten, sondern auch die richtige Handhabung gegenüber den Schauspielern demonstrieren. Die meisten Requisiten finden Requisiteure in ihrem eigenen Lager, dem so genannten Fundus oder der Requisitenkammer. Einzelne Requisiten fertigen sie aber auch selbst an oder leihen sie von anderen Sendern bzw. Schauspielhäusern aus. Für all das was sie benötigen, steht ihnen in der Regel ein Budget zur Verfügung, in das sie sowohl die Beschaffung und den Transport als auch die Rücklieferung oder die Lagerung einkalkulieren müssen.

Voraussetzungen

Requisiteur kann werden, wer zuvor eine Ausbildung in diesem Bereich, idealerweise als „Fachkraft für Veranstaltungstechnik“ oder als „Dekorateur“, erfolgreich abgeschlossen hat. Der Zugang über eine mindestens fünfjährige Berufspraxis in der Ausstattung, etwa als Schauwerbegestalter, Raumausstatter, Tischler, Maler, Lackierer oder Schlosser ist ebenfalls möglich. Die Arbeit in der Requisite setzt Kreativität, handwerkliches und organisatorisches Geschick, technisches Verständnis, und Improvisationstalent voraus. Körperliche Fitness und Flexibilität sind von Vorteil. Gegebenenfalls sind auch Spezialkenntnisse, beispielsweise in der Pyrotechnik für die Herstellung theatralischer Effekte erforderlich.

Ausbildung

Requisiteur ist ein Berufsbild, das in der Weiterbildung angesiedelt ist. Medienakademien und IHK-Bildungszentren bieten hierzu fünf- bis zehnmonatige Kurse an, die mit der Berufsbezeichnung „Geprüfte/r Requisiteur/in“ abschießen. Die Lehrgangsgebühren liegen zwischen 2.500 Euro und 3.000 Euro. Häufig wird man in diesem Beruf auch im Rahmen eines zweijährigen Volontariats am Theater oder bei einem Sender/einer Filmproduktionsfirma ausgebildet, doch die Plätze sind rar. Hat man es dennoch bis zur Festanstellung gebracht, wird die Arbeit mit durchschnittlich 1.000 Euro Wochengage gut bezahlt und ist sehr abwechslungsreich. Eine Aufstiegsweiterbildung zum Meister für Veranstaltungstechnik Fachrichtung Bühne/Studio oder Fachrichtung Beleuchtung sowie ein Studium im Bereich Bühnen-/Kostümbild, Medien- und Multimediatechnik oder Veranstaltungstechnik (Bachelor) ist zudem möglich.

Weblinks