Schnürmeister

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Er ist es, der auf der Bühne die Fäden in der Hand hat. Mit wenigen Handbewegungen lässt er einen Engel aus dem Bühnenhimmel herabschweben, lässt Schneeflocken tanzen oder Tücher und Schleier von oben herabwallen. Der Schnürmeister steuert die szenischen Verwandlungen auf der Bühne und sorgt für Bewegung.

Aufgaben:

Der Arbeitsplatz des Schnürmeisters ist die sogenannte Obermaschinerie einer Bühne. An diesem, für den Zuschauer nicht sichtbaren Bühnenraum, befindet sich der obere Teil der Bühnenmaschinerie. Dazu zählen unter anderem der Schnürboden und der Seilboden. An zahlreiche Zugeinrichtungen wie etwa Seilen, Schienen, Rädern und Stangen hängen hier Dekorationsteile wie Prospekte oder Vorhänge. Der Schnürmeister ist dafür verantwortlich, dass all diese Dekorationsteile sicher und an der richtigen Stelle angebracht werden. Dafür erstell er, nach Absprache mit dem Bühnenmeister, einen Hängeplan. In diesem legt er fest, an welcher Stelle der Prospekt oder die Bühnendekoration aufgehängt werden. Um zu organisieren, welche Dekorationsteile sich während der Aufführung am gleichen Ort befinden und welche sich über die Bühne bewegen sollen, legt der Schnürmeister darüber hinaus einen sogenannten Fahrplan an. Dieser listet auf, zu welchem Zeitpunkt der vom Bühnenmaler gemalte Prospekt hochgezogen, eine Requisite von oben herab auf die Bühne gelassen werden muss oder wann es auf der Bühne zu schneien beginnen soll. Er kann aber nicht nur Theaterwände, Dekoration oder Requisiten auf der Bühne tanzen, springen oder schweben lassen. Auch Schauspieler kann er zum Fliegen bringen. Mit Gurten ausgestattet kann der Schnürmeister die Schauspieler auf der Bühne per Hand oder computergesteuert in die Höhe gleiten lassen – mit unsichtbarer Hand, wie ein Puppenspieler.

Voraussetzungen:

Handwerkliche Begabung und praktisches Denken sollte jeder angehende Schnürmeister mitbringen. Darüber hinaus sollte er schwindelfrei sein, denn er arbeitet oft viele Meter oberhalb der Bühne und lenkt von einer schmalen Metallbrücke aus die Bewegungen auf der Bühne. Er sollte stets zuverlässig, genau und gewissenhaft arbeiten und sich mit den Sicherheitsvorschriften auskennen. Denn von seiner Arbeit hängt einerseits seine eigene Sicherheit und andererseits die der Schauspieler und Zuschauer ab. Daher ist es wichtig, dass er gute Kenntnisse in der Befestigungstechnik und Grundkenntnisse der Statik aufweisen kann. Auch mit Elektronik sollte er sich auskennen.

Ausbildung:

Eine explizite Ausbildung, die zum Schnürmeister ausbildet gibt es nicht. In den meisten Fällen führt der Weg über eine handwerkliche Berufsausbildung als Schreiner, Metallbauer, Schlosser oder Mechaniker zum Beruf des Schnürmeisters. Mehrjährige Berufserfahrung am Theater, beispielsweise als Bühnenhandwerker, erleichtert den Berufseinstieg. Aber auch Kurse für technische Bühnenberufe sind eine sinnvolle Weiterbildung, um als Schnürmeister zu arbeiten. Aufstiegsmöglichkeiten bestehen zum Bühnenmeister oder mit einer entsprechenden Zusatzausbildung sogar zum technischen Leiter einer Spielstätte.

Arbeitsmöglichkeiten:

Schnürmeister können überall dort arbeiten, wo es eine Bühne mit Obermaschinerie gibt. Das können Opern- und Schauspielhäuser, Theater, Musicalbühnen oder Festspielhäuser sein.

Weblinks: