Software-Lokalisierer

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Ein Softwarelokalisierer ist dafür verantwortlich, Softwareprodukte an geographische, sprachliche und ethnische Gegebenheiten anzupassen. Das bedeutet unter anderem, er überarbeitet die Software gemäß sprachlichen und kulturellen Rahmenbedingungen in einem Vertriebsland. Konkret heißt das, der Softwarelokalisierer übersetzt Softwareprodukte in andere Sprachen und passt die Übersetzung gegebenenfalls kulturellen Besonderheiten an. Den Bereich der Softwarelokalisierung gibt es seit den 1990er Jahren, durch eine zunehmende Internationalisierung erweitert er sich stetig.

Aufgaben

Neben der reinen Übersetzung muss der Softwarelokalisierer auch darauf achten, verschiedene Angaben in die jeweils passende Form zu bringen – beispielsweise Datums- und Zeitangeben, Währungen, Temperaturangeben oder Maßeinheiten. Aber auch Flaggen, Schriftarten oder Grafiken muss er angleichen und eine kulturspezifische Musik- und Soundabstimmung (beispielswiese bei Computerspielen) vornehmen. Rundum erstellt er also eine „Übersetzung“, die weit über die rein sprachliche Übersetzung hinausgeht. Nach Abschluss der Lokalisierung soll die Benutzeroberfläche einer Software so aussehen, als sei sie ursprünglich für den Zielmarkt geschrieben und entwickelt worden. Darüber hinaus muss er das Produkt auch an die geltenden Rechtsvorschriften anpassen – denn nicht in jedem Vertriebsland gelten die gleichen rechtlichen Grundlagen.

Ausbildung

Seit Oktober 2012 bietet die Hochschule Anhalt einen siebensemestrigen Bachelorstudiengang für „Fachkommunikation - Softwarelokalisierung“ an. Dabei wird besonderer Wert auf drei Fachgebiete gelegt: Sprachausbildung, Grundlagen der Informatik und interkulturelle Kommunikation mit Projektmanagement. Ab April 2013 wird an der Hochschule Anhalt auch ein aufbauender Master angeboten. Ebenso seit Oktober 2012 bietet auch die Universität Heidelberg in Kooperation mit der Fachhochschule Mannheim einen sechssemestrigen internationalen Bachelorstudiengang „Translation Studies for Information Technologies“ an, mit dem man anschließend als Softwarelokalisierer arbeiten kann.

Arbeitgeber

Besonders Softwarehersteller, die ihre Produkte auf einem internationalen Markt verkaufen, sind Auftrags- und Arbeitgeber für Software-Lokalisierer. Aber auch Übersetzungs- und Terminologieabteilungen internationaler Unternehmen oder Lokalisierungsdienstleister können eine Anlaufstelle sein. Nicht zuletzt können Software-Lokalisierer auch selbständig als Freiberufler arbeiten.

Voraussetzungen

Für das Studium und später den Beruf des Softwarelokalisierers ist eine Vorliebe von Sprachen hilfreich – besonders Englischkenntnisse sind fast immer notwendig. Verbunden mit der Sprache sollte auch ein Interesse an fremden Kulturen und interkulturellem Austausch vorhanden sein. Auch Informationstechnologie, Soft- und Hardware sollten einem kein Graus sein. Mathematik, logisches Denken und ein technisches Verständnis sind ebenfalls erforderlich. Darüber hinaus sollte man technisch formulierte Texte verfassen können.

Literatur

  • Buchtipp: Einführung in die Softwarelokalisierung von Detlef Reineke


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