Songwriter

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Was unterscheidet eigentlich einen Songwriter vom Komponisten? Oft ist es die Länge des Werkes, die eine entscheidende Rolle spielt. Während der Komponist z.B. für einen Film die Partitur von 40 Minuten Musik und mehr erarbeiten muss, beschränkt sich ein Songwriter meistens auf die handelsüblichen 3-4 Minuten (auch hier gibt es natürlich Ausnahmen). Hinzu kommt, dass gerade im Fall des Singer/Songwriters, also jemand, der seine Lieder auch selbst vorträgt, nicht nur die Musik sondern auch die Texte meist selbst verfasst sind.

Muss ein Songwriter dann eigentlich ‚komponieren’ können? Definitiv: Ja! Das bedeutet, dass Songwriter nicht nur ideenreich und kreativ sein sollten, sondern auch über musiktheoretisches Wissen verfügen müssen. Auch der kompetente Umgang mit Musiksoftware sollte selbstverständlich sein.

Wer Songs schreiben will, sei es für sich selbst oder für andere Interpreten sollte sich mit den folgenden Begriffen vertraut machen. Sie beziehen sich weitgehend auf die musikalische Ebene eines Songs. Die Textseite wird in einem weiteren Beitrag behandelt.  Wenn Du also mit Deiner Gitarre oder dem Keyboard auf der Suche nach der nächsten Number One bist, solltest Du Folgendes wissen:

Der Ansatz für einen Song kann eine Textzeile sein oder auch eine Melodie, bzw. eine bestimmte Akkordfolge mit der Du etwas rüberbringen willst. Angenommen, Du hast noch keinen Text, bzw. arbeitest mit einem Texter zusammen, dann tut’s vorläufig auch ein lautmalerischer Fantasietext. Ganz toll ist freilich, wenn Du bereits weißt, wie der Song heißen wird, denn:

  • Ein aussagekräftiger Titel ist sehr wichtig. Damit ziehst Du die Aufmerksamkeit Deiner Zuhörer an! Meistens kommt diese Zeile auch vor im
  • Chorus (Refrain) des Songs, der eben die Hauptaussage darstellt.
  • Musikalisch gesehen spricht man auch von einem Hook, d.h. eine Melodielinie mit großem Wiedererkennungswert, die mehrmals im Lied vorkommt, gewissermaßen der ‚rote Faden’ des Songs.
  • Oft vor dem ersten Chorus, und dazwischen sind die Strophen (Verses), die die ‚Geschichte’ erzählen, die zur Aussage des Verses führen. Sie müssen also musikalisch nicht so stark wie der Chorus sein.
  • Im dritten Teil des Songs platziert der versierte Songwriter dann eine Bridge die musikalisch ein Kontrapunkt sein kann, aber auch als eine Art Kommentar zum Hauptgeschehen verstanden werden kann (abhängig auch vom Text)
  • Typische  Songstrukturen sind z.B. (V = Verse / C = Chorus / B = Bridge): V C V C B C oder V V C B C V C
  • Dazu kommen häufig Intro, eine musikalische Einleitung als Vorbereitung und Einstimmung auf die Handlung, sowie Outro als Ausklang.

Ausbildung

Viele Singer/Songwriter sind Autodidakten, d.h. sie haben einfach aus einem inneren Mitteilungsbedürfnis heraus angefangen ihre Songs zu schreiben. Ein Bob Dylan hat wahrscheinlich nie ein Konservatorium von innen gesehen und dennoch weltbewegende Songs geschrieben. Aber er hat sich vieles von seinen Vorbildern wie Woody Guthrie und schwarzen Bluesmusikern abgeguckt.

Das ist eine gute Möglichkeit Songwriting zu lernen. Wer sind Deine Vorbilder? Lerne von ihnen! Es ist völlig legitim, übungshalber einen Song ‚in the style of’ zu schreiben und wenn das gelungen ist, dann frag Dich was Deine ganz persönliche Note sein könnte um den Song als Dein ureigenes Werk zu spüren.

Gut ist, wenn Du ein oder mehrere Instrumente gut beherrscht. Zur Liedbegleitung eignen sich am besten Gitarre oder Klavier. Harmonielehre sollte kein Fremdwort für Dich sein und wenn Du gut mit Samples und Musiksoftware umgehen kannst – um so besser. Viele private Musikschulen bieten entsprechende Kurse an in den man das Handwerk für’s Songwriting erlernen kann.

Literatur

  • Masen Abou-Dakn: Songtexte schreiben. Handwerk und Dramaturgie im Songwriting. Autorenhaus, Berlin, 2006,
  • Volkmar Kramarz: Die Pop-Formeln. Voggenreiter, Bonn, 2006,
  • Markus Fritsch, Andreas Lonardoni, Peter Kellert: Harmonielehre und Songwriting. Leu, Bergisch-Gladbach, 1995,
  • Jason Blume: 6 Steps to Songwriting Success: The Comprehensive Guide to Writing and Marketing Hit Songs. Billboard Books, New York, 1999,
  • Jack Perricone: Melody in Songwriting: Tools and Techniques for Writing Hit Songs. Berklee Press, Boston/MA, 2000,
  • Claudia Nentwich: Liederfänger. Wege zum Songwriter. Books on Demand, Norderstedt, 2007,
  • Songwriting intensiv: Vom leeren Blatt zum fertigen Titel (mit CD) von Michael Schymik von quickstart Verlag

Weblinks