Szenenbildner

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Der Beruf des Szenenbildners entwickelte sich zusammen mit dem Medium Film. Anfänglich hatten sie die selben Aufgaben wie der Bühnenbildner am Theater: Sie bemalten Kulissen und stellten Hintergründe aus Sperrholz und Pappe her, ausreichend für die damals übliche statische Kameraführung. Heute umfasst die Tätigkeit des Szenenbildners alle Bereiche der Gestaltung szenischer Räume von Film und Fernsehen, er spielt also eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines Filmes.

Szenenbildner sind für die gesamte Gestaltung einer Filmwelt verantwortlich. Sie überprüfen die im Drehbuch beschriebenen Sets auf ihre Tauglichkeit. Die Handlung kann an vielen verschiedenen Orten und in verschiedenen Milieus stattfinden: hochmodern, futuristisch oder auch aus einer längst vergangenen Zeit - die Aufgabe des Szenenbildners ist es, genau die richtige Stimmung zu treffen.

Aufgaben

  • Analyse der historischen und sozialen Hintergründe des Films
  • Quellenstudien
  • Recherchen für die szenische Ausstattung
  • Motivsuche
  • Motivlisten anlegen
  • Set Beschreibungen
  • Einschätzung der Realisierbarkeit
  • maßstäbliche Konstruktionszeichnungen

Gemeinsam mit dem Regisseur, Kameramann und Kostümbildner werden die zu erwartenden Anforderungen definiert und ein entsprechendes Art Department zusammengestellt. Der Szenenbildner überwacht die Ausführungsqualität und den termingerechten Arbeitsfortschritt aller für den Film notwendigen szenischen Arbeiten. Die kontinuierliche Optimierung der Arbeitsprozesse ist unerlässlich.

Positionen des Art Department

Ausbildung

Meistens kommen die Szenenbildner aus anderen Bereichen wie der Architektur, der Malerei und vor allem dem Bühnenbild. Seit 1991 gibt es einen akademischen Studiengang an Hochschulen, dort kann man Szenenbild bzw. Szenografie als eigenständiges Fach sowie als Schwerpunkt innerhalb von allgemeinen künstlerischen Studiengängen studieren.

Studieninhalte

  • Fotografie
  • Modellbau
  • Technisches Zeichnen
  • Räumliches Zeichnen
  • Figürliches Gestalten
  • Storyboard
  • Visuelle Effekte (VFX)
  • Eventausstattung
  • Grundlagen der Medientechnologie
  • Szenenbildtheorie
  • Drehbuchanalyse
  • Filmbildanalyse
  • Kunst- und Stilgeschichte
  • Filmgeschichte
  • Kostümbild
  • Kalkulation

Vor allem an Fachhochschulen sind eine oder mehrere Praxisphasen in das Studium integriert. Dabei kann es sich um ein mehrwöchiges Praktikum in einem Betrieb, eine Projektarbeit oder um ein ganzes Praxissemester handeln.

Literatur

Merten-Eicher, R., Kostümbildner in Film, Fernsehen und Theater: Voraussetzungen und Tätigkeitsfelder

Barnwell, J., Grundlagen der Filmgestaltung

Pioch, S., Recherche beim Spielfilm. Warum Authentizität die Qualität eines Films steigert

Weblinks