Technischer Redakteur

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Die Bedienungsanleitung für die Digitalkamera oder den Geschirrspüler, Nutzerhinweise für die neue Software, das Bordbuch eines Autos – für solche Texte sind Technische Redakteure und Redakteurinnen zuständig. Aber auch das Erstellen von Dokumentationen, die Installations- und Wartungsrichtlinien für Maschinen oder Benutzeroberflächen in der Elektronik gehören zu den Arbeitsaufgaben. Dabei sind Technische Redakteure Mittler zwischen den Spezialisten und den Endanwendern. Sie verknüpfen sprachliche Gewandtheit mit technischem Verständnis. Ihre Aufgabe ist es, technische und wissenschaftliche Zusammenhänge zu begreifen und diese für die jeweilige Zielgruppe entsprechend verständlich zu formulieren, so dass eine möglichst einfache und ungefährliche Bedienung von Produkten und Geräten möglich ist.

Berufsbild

Bis in die sechziger Jahre waren für derartige Aufgaben Ingenieure zuständig, die sich damit nur neben ihrer eigentlichen Tätigkeit beschäftigen konnten. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich daraus ein eigenes vielfältiges Berufsbild entwickelt, das Sprache und technische Zusammenhänge verbindet. An der Schnittstelle zur Produktion und Entwicklung fungieren Technische Redakteure als Kommunikatoren und auch Übersetzer. Sie schlagen hier eine Brücke und sorgen dafür, dass Produkte bedienbar werden.

Durch das vielfältige Aufgabenspektrum, die Arbeit mit unterschiedlichen Medien und in verschiedenen Branchen gilt der Beruf des Technischen Redakteurs als sehr vielseitig und abwechslungsreich. Technische Redakteure erstellen nicht nur Bedienungsanleitungen und Handbücher für Konsumgüter, die Gesellschaft für Technische Kommunikation tekom e. V. nennt daneben auch folgende Aufgabenbereiche: Betriebs-, Installations- und Wartungsanleitungen für Ingenieure und Konstrukteure; Zeichnungen, Listen und Kataloge für mechanische und elektrische Teile, technische Dokumentationen in der Chemie, Pharmazie und Biotechnologie; Anleitungen und Online-Hilfen für Software; Übersetzungen und Lokalisierung von Webseiten bzw. Online-Katalogen sowie Online-Tutorials für die Verwendung von Software.

Sie arbeiten als Autoren oder Lektoren, befassen sich mit Layout und Design, programmieren Webseiten oder erstellen Schulungsunterlagen und -konzepte. Technische Redakteure kommen vornehmlich in der Industrie, aber auch bei Dienstleistungsunternehmen zum Einsatz. Einige arbeiten auch als Freelancer auf freier Basis.

Voraussetzungen

Berufsinteressierte sollten unbedingt ein Grundverständnis für technische Funktionsweisen mitbringen. Die Auseinandersetzung mit derartigen Sachverhalten ist deshalb unabdingbar. Daneben müssen Technische Redakteure auch in der Lage sein, komplexe Sachverhalte zielgruppengerecht weiterzugeben. Dazu sollten sie schnörkellos und klar formulieren können. Ein sicherer Umgang mit der Sprache sowie kommunikative Fähigkeiten für den Dialog mit den Ingenieuren und Endkunden ist notwendig. In vielen Unternehmen sind darüber hinaus sehr gute Fremdsprachenkenntnisse (insb. Englisch) dringend erforderlich. Da oftmals nicht nur Texte verfasst werden, sondern unterschiedliche Darstellungsformen mit verschiedensten Medien gefragt sind, ist ein sicherer Umgang mit DTP-Software von Vorteil. Vorausgesetzt wird ferner ein einschlägiges Hochschulstudium und/oder ein Volontariat. Quereinsteiger finden über entsprechende Weiterbildung Zugang zum Berufsfeld des Technischen Redakteurs.

Ausbildung

Neben vielen Seiteneinsteigern ist für den Beruf des Technischen Redakteurs mittlerweile ein einschlägiges Fachstudium und/oder ein entsprechendes Volontariat üblich. Zahlreiche Hochschulen in Deutschland bieten entsprechende Bachelor- und Masterstudiengänge, in Bayern die Hochschule München (Bachelor-Studiengang Technische Redaktion und Kommunikation), die Fachhochschule Neu-Ulm (Bachelor-Studiengang Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation) sowie die Hochschule für Angewandte Sprachen/Fachhochschule des SDI in München mit den Studiengängen „Mehrsprachige Technische Kommunikation" (Bachelor und Master). Für Seiteneinsteiger aus den Bereichen Ingenieurwissenschaft und Technik hält der Branchenverband tekom Aus- und Weiterbildungsprogramme bereit, für die er vorher auch eine Bedarfsanalyse anbietet.

Perspektiven

Die Prognosen für den Beruf des Technischen Redakteurs sind insgesamt gut. Laut tekom werden im Schnitt jährlich 3.000 bis 4.000 neue Stellen angeboten, seit 2006 ist die Zahl der angestellten Technischen Redakteure um 26% gestiegen. Dabei gilt der Job als relativ krisensicher. Selbst bei geringer Produktion werden ständig aktuelle bzw. aktualisierte Anleitungen und Dokumentationen benötigt. Auch eine Verringerung der Stückzahlen in Folge wirtschaftlicher Probleme betrifft die Technische Redaktion kaum. Eine Übersicht über die Entwicklung des Gehaltsspiegels bei Technischen Redakteuren stellt der Fachverband tekom auf seiner Website bereit.


Weblinks