Tonmeister

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Es gibt Tonmeister, Toningenieure und Tontechniker. Wo genau liegt nun der Unterschied? Man könnte sagen, dass der Beruf des Tonmeisters jedenfalls der älteste von den dreien ist, gibt es den Beruf doch seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, nämlich als der Stummfilm vom Tonfilm abgelöst wurde.

Seitdem ist der Tonmeister, im englischen auch recording director genannt, für Orginaltonaufnahmen, Synchronisationen, Überspielungen, die Mischung und Tonschnittüberwachung bei Film, Fernseh- und Videoproduktionen zuständig. Heute hat sich diese Berufsbezeichnung auch bei Hörfunk und Fernsehen verbreitet. Der Begriff Meister soll die künstlerisch-technische Doppelbegabung wiederspiegeln, die dieser Beruf erfordert.

Berufsbild

Grundsätzlich geht es bei allen Tonberufen darum, Sprache, Musik und Geräusche so aufzuzeichnen und zu übertragen, daß bei der Wiedergabe der gewünschte Höreindruck vermittelt wird. Das bedeutet unbedingte Verständlichkeit - von Nachrichtensendungen über Talkshows bis zu Hörspielen. Unerwünscht sind jegliche Störgeräusche. Beim Film/Fernsehen ist die Aufgabe eines Tonmeisters die kreative und eigenverantwortliche Tongestaltung in Zusammenarbeit mit der Regie. Die Tonaufnahmen müssen mit dem optischen Geschehen korrespondieren.

Vertrautheit mit den dramaturgischen Gesetzen bei Film und Fernsehen sind dazu Voraussetzung. Der Tonmeister muß Bildinhalte und die Aussage einer Szene schnell erfassen und akustisch umsetzen. Ton und Bildperspektiven müssen dramaturgisch sinnvoll und im Ablauf organisch miteinander verbunden werden. Der Tonmeister arbeitet eng zusammen mit: Regisseur, Kameramann, Beleuchter, Produktions- und Aufnahmeleiter, Requisiteur, Cutter.

Folgende Arbeitsphasen durchläuft ein Tonmeister für die Herstellung eines Films

Vorbereitungsphase: Ausarbeitung des Drehbuchs im Hinblick auf die Tongestaltung, Vorbesprechungen mit Regisseur, Kameraleuten etc. Festlegung und Überprüfung des Equipments und Materials. Durchführung: Aufnahme von Sprache, Geräuschen und Musik, Beratung des Regisseurs, Überwachung der Tonaufnahmen (Qualität), Aufnahmen von bildunabhängigen und dramaturgisch erforderlichen Zusatztönen, Überspielung der Töne für die Tonmontage, künstlerisch/technische Überwachung der Tonmontage. Nachbearbeitung: Überwachung des Tonschnitts, Zusammenarbeit mit dem Cutter bei der Sprach-, Geräusch- und Musikmontage, Tonmischung, Abnahmekontrolle der Umspielung beim Lichttonverfahren.

Ausbildung

Voraussetzungen

  • Einwandfreie Hörfähigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit über längere Zeit
  • physische und psychische Belastbarkeit
  • dramaturgische und künstlerische Kenntnisse

Literatur

  • Carlos Albrecht: Der Tonmeister, Mikrofonierung akustischer Instrumente in der Popmusik, Live- und Studiosetups
  • Kandorfer, Pierre: DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung, Theoretisch-technische Grundlagen der Filmkunde
  • Webers, Johannes: Handbuch der Film- und Videotechnik: Die Aufnahme, Speicherung, Bearbeitung und Wiedergabe audiovisueller Programme

Weblinks