Transmedia

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Der Begriff “Transmedia” bezeichnet journalistisches Erzählen einer Geschichte bzw. eines Themas über verschiedene Plattformen hinweg. Dabei werden verschiedene Techniken und Darstellungsformen verwendet. Diese Idee des “multimedialen Storytellings” basiert darauf, dass jeder Beitrag für sich auf jeder Plattform verständlich und konsumierbar sein muss. Dieser Idee steht im Gegensatz zu der crossmedialen Erzählweise, bei der es vor allem darum geht, Inhalte mit multisensorischen Hinweisen auf die jeweilige andere Plattform in vernetzter Form zu erzählen und die verschiedenen Inhalte in einen gemeinsamen Kontext zu setzen. Während also der Begriff “Crossmedia” eine Vernetzung der Inhalte als zwingende Voraussetzung beinhaltet, geht der Begriff des transmedialen Erzählens genau den gegenteiligen Weg. Die Inhalte sind nicht vernetzt miteinander, ergeben aber zusammen eine Narration über alle Kanäle des täglichen Lebens hinweg.



Geprägt wurde der Begriff von Henry Jenkins. Er gehört in einem größeren Kontext gedacht zu den Phänomenen der Medienkonvergenz (inhaltliche und technische Annäherung verschiedener Einzelmedien).

Beispiele

Als Beispiel für eine Form des transmedialen Storytellings kann die “Rundshow” des Bayerischen Fernsehens (April/Mai 2012) genannt. Die Redaktion der Sendung setzte dabei konsequent auf dauerhafte Präsenz auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen. Bespielt wurden dabei klassisches TV, Webseiten, Blogs, Videokanäle und soziale Netzwerke. Das Verständnis der Redaktion war darauf ausgelegt, als ein einheitlich wahrnehmbares Label den Zuschauer und Nutzer durch den ganzen Tag zu begleiten und dabei jeweils den Kanal zu verwenden, der sich für den gewählten Inhalt am besten eignete. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Medienstrategien gewichtete die Redaktion der “Rundshow” jeden Kanal gleich, ohne per se eine Priorisierung vorzunehmen.

Hintergrund

Im Zuge der Digitalisierung lässt sich eine zunehmende Fragmentierung von Inhalten, Kanälen und Nutzungsformen feststellen. Es wird zunehmend schwieriger, eine große Masse von Medienkonsumenten noch über einen einzigen Verbreitungsweg zu erreichen. Eine Diversikation ist insfofern unerlässlich. Zudem entspricht transmediales Storytelling zunehmend der Mediennutzung des Publikums. Medien begleiten Nutzer mittlerweile auf verschiedenen Kanälen und Endgeräten durch den ganzen Tag, Inhalte müssen demnach also situativ angepasst werden.

Ökonomie

Aus ökonomischer Hinsicht wird häufig zudem angeführt, dass transmediales Storytelling Medien die Chance biete, mit einem Inhalt auf mehreren Kanälen Geld verdienen zu können, ihre potenziellen Verdienstquellen also zu vervielfachen. Kritiker halten diesem Argument entgegen, dass sehr häufig Zuwächse in den digitalen Kanäle die Verluste aus dem angestammten analogen Geschäft nicht kompensieren und für Inhalte im Netz in vielen Fällen immer noch kein funktionierendes Geschäftsmodell gefunden sei.

Anforderungen

Für Journalisten und Medienmacher setzt transmediales Arbeiten grundlegende Kenntnisse aller medialen Kanäle und auch der Darstellungsformen voraus. Das bedeutet in der Konsequenz, dass man sich in diesen Berufen nicht mehr auf nur ein Medium konzentrieren kann. Zudem erfordern speziell die sozialen Netzwerke eine ständige Präsenz und Kommunikationsbereitschaft. Wie dies organisatorisch gelöst werden soll, ist in vielen Häusern noch eine ungelöste Frage.

Weblinks