Verwaltungsdirektor

Aus MedienWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Nicht ganz so kreativ wie der Regisseur, aber nicht weniger wichtig für eine Spielstätte: der Verwaltungsdirektor. An Theater-, Schauspiel- oder Opernhäusern, aber auch bei Rundfunkanstalten ist er für alle betriebswirtschaftlichen und juristischen Belange zuständig.

Aufgaben:

Der Verwaltungsdirektor ist für die Finanzen und somit die Wirtschaftlichkeit einer Institution verantwortlich. Je nach Rechts- und Organisationsstruktur sind auch Bezeichnungen wie etwa Kaufmännischer Direktor oder Geschäftsführender Direktor geläufig. Er entscheidet, wo die zur Verfügung stehenden Gelder investiert werden oder wo das Budget gekürzt werden muss. Er strukturiert den Haushalt und überprüft, ob alle Einnahmen und Ausgaben ordnungsgemäß in der Buchführung aufgelistet werden. Darüber hinaus beantragt er Fördergeldern oder sucht mögliche Sponsoren. Hier wird er gegebenenfalls auch von einem Fundraiser unterstützt. Seine juristischen Kenntnisse sind beispielsweise dann gefragt, wenn es um GEMA-Gebühren, Arbeits- oder Tarifverträge geht. Er arbeitet eng mit dem Intendanten zusammen und entscheidet mit diesem gemeinsam über die Gagen der Schauspieler beziehungsweise über personelle Besetzungen. In manchen Häusern steht er mit dem Intendanten sogar auf der gleichen hierarchischen Stufe oder ist zumindest sein direkter Vertreter. In gewisser Weise stellt er eine Art Schnittstelle zwischen künstlerischen Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten dar und versucht zwischen diesen eine Balance zu finden.

Voraussetzungen:

Neben juristischem und kaufmännischem Wissen muss der Verwaltungsdirektor in jedem Fall Verhandlungsgeschick und diplomatisches Verständnis mitbringen, um zwischen künstlerischen und finanziellen Interessen einen Mittelweg zu finden. Da Zahlen, Listen und Abrechnungen seinen Alltag prägen, ist eine genaue Arbeitsweise unverzichtbar. Zudem muss er gut organisieren und im Team arbeiten können und sich mit Schwachstellenanalysen auskennen. Auch mit den Themenbereichen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung sollte er vertraut sein, um an Strategien zur Steigerung der Besucherzahlen mitzuwirken. Da der Verwaltungsdirektor eine Führungsposition bekleidet, sollte er auch Fähigkeiten wie Durchsetzungsvermögen und Entscheidungsfähigkeit mitringen, um schwierige fachliche, personelle, organisatorische oder finanziellen Fragen klären zu können. Nicht zu vergessen ist das erforderliche Verständnis für die Besonderheiten eines künstlerischen Betriebes.

Ausbildung:

Eine spezifische Ausbildung zum Verwaltungsdirektor gibt es nicht. Da er eine Führungsposition einnimmt, führen die Wege in diese Position grundsätzlich über langjährige Berufserfahrung in einem Kulturbetrieb. Als Quereinsteiger in diesen Beruf zu gelangen ist keine Seltenheit. Geeignete Studienfächer sind etwa Jura, Betriebswirtschaftslehre oder Kulturmanagement. Aber auch Verwaltungsfachleute, die bereits an einem Theater gearbeitet haben, bringen gute Voraussetzungen für diesen Beruf mit.

Arbeitsmöglichkeiten:

Der Verwaltungsdirektor kann an Spielstätten wie Opern, Schauspielhäusern, Theatern oder Musicalbühnen arbeiten. Wenn er sich auf den Medienbereich konzentriert, kann er sich darüber hinaus auch in Rundfunkanstalten bewerben. Da seine Aufgaben jedoch nicht zwingend mit der Medienbranche verbunden sind, kann er auch außerhalb dieser eine Anstellung finden. Meist in größeren Institutionen, in denen es eine eigene Abteilung für kaufmännische und juristische Angelegenheiten gibt.

Weblinks: