Zeitungszusteller

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Bezieht man eine Tageszeitung im Abonnement, soll sie möglichst schon frühmorgens druckfrisch im Briefkasten liegen. Rund 160.000 Zeitungszusteller sind Nacht für Nacht in Deutschland unterwegs, um den Lesern die aktuellen Ausgaben pünktlich ins Haus zu liefern. Meistens handelt es sich dabei um Mini-Jobber oder Teilzeitbeschäftigte im Niedriglohnbereich. Einen Blick auf die Tätigkeit zeigt das Medienwiki-Video



Aufgaben

Der Arbeitstag beginnt sehr früh. Nachdem die Zeitungsausgaben in den Druckereien der Verlage fertig gestellt sind, werden sie in den ersten Stunden nach Mitternacht mit Kurierfahrzeugen zu zentralen Orten in den jeweiligen Zustellbezirken geliefert, wo die Boten die für sie vorgesehenen Exemplare übernehmen. Nach Kontrolle des Lieferscheins und dem Verladen beginnt die eigentliche Zustellung. Je nachdem, ob sich das Gebiet im ländlichen Raum oder mitten in der Stadt befindet, erfolgt das Austragen der Zeitungen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto – alles bei jedem Wetter. Ein Zusteller- oder Routenbuch informiert dabei über alle wichtigen Details, wie Namen und Adressen der Abonnenten, den Zeitungstitel und ob die Zeitung etwa in den Briefkasten gesteckt oder vor die Wohnungstüre gelegt werden soll. Weiterhin erfahren die Zusteller, ob neue Abonnenten hinzugekommen sind oder welche Kunden sich in Urlaub befinden und das Abonnement aussetzt. Der Zeitrahmen für die Arbeit der ist eng gesteckt. Bis 6 Uhr morgens müssen alle Exemplare an die jeweiligen Empfänger zugestellt sein.

Voraussetzungen

Um diesen Job zu ergreifen, bedarf es keiner speziellen Fachkenntnisse. Wichtigstes Kriterium für Zeitungszusteller ist absolute Zuverlässigkeit. In jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter müssen die Boten an sechs bis sieben Tagen unterwegs sein, um pünktlich und korrekt alle Printprodukte zuzustellen. Da sie in Städten oft auch Zutritt zu Häusern mit mehreren Wohneinheiten wegen innenliegender Briefkästen haben , verfügen sie über Schlüssel für die Zugangstüren, was ebenfalls eine hohe Verlässlichkeit notwendig macht. Andere Voraussetzungen sind körperliche Fitness (bei Zustellung zu Fuß oder mit dem Fahrrad) und das Verständnis der deutschen Sprache. Unabdingbar ist schließlich auch die Volljährigkeit. Da es sich um Arbeit in den Nachtstunden handelt, darf diese nicht von Personen unter 18 Jahren ausgeübt werden.

Ausbildung

Eine klassische Berufsausbildung gibt es nicht. Wer den Job antritt, bekommt je nach Verlag eine kurze Einweisung, in der über die Tätigkeiten und Pflichten informiert wird. An den ersten Arbeitstagen ist es weiterhin üblich, einen erfahrenen Zeitungszusteller zu begleiten, um diesem bei der Arbeit über die Schulter zu schauen oder um das Zustellgebiet kennenzulernen. Viele Verlage oder Vertriebsgesellschaften stellen den Austrägern die notwendige Arbeitsausstattung, wie z. B. Kopfleuchten, Zeitungstrolleys, Jacken und ähnliches.

Arbeitsmöglichkeiten

Während es in den meisten Medienberufen deutlich mehr Bewerber als Arbeitsstellen gibt, ist es in diesem Tätigkeitsfeld genau entgegengesetzt. Verlage und Zustellgesellschaften klagen aktuell über eine Art „Nachwuchsmangel“, da sich eine Vielzahl der Boten bereits in fortgeschrittenem Alter befindet. Zeitungszusteller üben den Job entweder als geringfügige Beschäfigung oder in Teilzeitanstellung aus. Viele von ihnen sind Hausfrauen oder Rentner, die sich einen zusätzlichen Verdienst erwerben. Da sich die Arbeitszeit über einen relativ kurzen Zeitraum des Tages erstreckt, ist eine Vollzeitbeschäftigung nicht möglich. Die Tätigkeit ist daher unter anderem als Nebenjob für Studierende geeignet. Der Verdienst liegt im Niedriglohnbereich und richtet sich nach der Menge der zuzustellenden Exemplare.

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