Crossmedia: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Zentrale von crossmedialen Redaktionen ist immer häufiger ein Newsdesk oder Newsroom (mehr dazu im Beitrag »Organisieren und Planen«). Am Newsdesk wird entschieden, welches Thema wann und wie für welches Medium aufbereitet wird. Die journalistischen Produkte – Texte, Fotos, Töne und Videos – werden in Rohform in Datenbanken gespeichert und können für verschiedene Plattformen aufbereitet werden.
 
Die Zentrale von crossmedialen Redaktionen ist immer häufiger ein Newsdesk oder Newsroom (mehr dazu im Beitrag »Organisieren und Planen«). Am Newsdesk wird entschieden, welches Thema wann und wie für welches Medium aufbereitet wird. Die journalistischen Produkte – Texte, Fotos, Töne und Videos – werden in Rohform in Datenbanken gespeichert und können für verschiedene Plattformen aufbereitet werden.
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Im Bereich des [[Marketing]]s wird der Begriff Crossmedia für aufeinander abgestimmten Maßnahmen verwendet, die im Rahmen der Kommunikationspolitik stattfinden. Dabei ist die Werbebotschaft so gestaltet, dass dem Kunden, Rezipienten oder Verbraucher mehrere Medien angeboten werden. Die inhaltliche Integration sorgt für die Übermittlung einer konsistenten Botschaft über alle Medienkanäle hinweg.
  
 
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1. der Produktionsebene, auf der Print-, TV- und Online-Redaktionen vom Informationsaustausch bis zu redaktionsübergreifenden Recherche-Teams zusammenarbeiten, um Synergien in den Produktionsprozessen freizusetzen.  
 
1. der Produktionsebene, auf der Print-, TV- und Online-Redaktionen vom Informationsaustausch bis zu redaktionsübergreifenden Recherche-Teams zusammenarbeiten, um Synergien in den Produktionsprozessen freizusetzen.  
 
2. der Inhaltsebene, auf der Geschichten des aktuellen Tagesgeschehens im diversifizierten Produktangebot eines Unternehmens über mehrere Medien hinweg erzählt werden, durch Verweise vernetzt sind und teils einer medienübergreifenden Dramaturgie folgen („Crossmedia-Storytelling“).
 
2. der Inhaltsebene, auf der Geschichten des aktuellen Tagesgeschehens im diversifizierten Produktangebot eines Unternehmens über mehrere Medien hinweg erzählt werden, durch Verweise vernetzt sind und teils einer medienübergreifenden Dramaturgie folgen („Crossmedia-Storytelling“).
3. der Markenebene, auf der durch Verlängerung journalistischer Marken in neue Medienbereiche Aufmerksamkeits- und Glaubwürdigkeitstransfers generiert werden. Für den Nutzer wird die Marke dadurch zu einem Qualitäts- und Identitätskontinuum: Er erreicht die Marke seines Vertrauens bei gleich bleibender Qualität über viele Kanäle hinweg.  
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3. der Markenebene, auf der durch Verlängerung journalistischer Marken in neue Medienbereiche Aufmerksamkeits- und Glaubwürdigkeitstransfers generiert werden. Für den Nutzer wird die Marke dadurch zu einem Qualitäts- und Identitätskontinuum: Er erreicht die Marke seines Vertrauens bei gleich bleibender Qualität über viele Kanäle hinweg.
  
 
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Version vom 15. März 2011, 13:42 Uhr

Der Begriff Crossmedia wurde zunächst im Onlinejournalismus entwickelt. Heute werden im gesamten Journalismus crossmediale Konzepte eingesetzt. Kennzeichnend ist die Kommunikation über mehrere redaktionell verknüpfte Kanäle, die den Nutzer zielgerichtet über die verschiedenen Medien führt und auf einen Rückkanal verweist. Trimedialität bedeutet dabei das Verknüpfen von drei Kanälen, Multimedialität setzt das Vorhandensein digitaler Inhalte voraus. Allen gemeinsam ist die Interaktivität.

Journalismus

Crossmediales Arbeiten gehört für immer mehr Journalisten – vor allem für Online-Journalisten – zum Tagesgeschäft. Meist haben diese Journalisten ein Schwerpunktmedium und arbeiten mindestens einem anderen Medium zu. So schreibt ein Zeitungsjournalist zum Beispiel aktuelle Kurzfassungen seiner Print-Beiträge fürs Internet. Oder ein Online-Journalist, der sich überwiegend um den Internet-Auftritt eines Radiosenders kümmert, ist auch für die Computersendung im Radioprogramm zuständig und produziert aktuelle Kurzmeldungen, die per SMS aufs Mobiltelefon übertragen werden. Diese Journalisten arbeiten dann bi- oder trimedial.

Crossmediale Redaktionen müssen die verschiedenen Medien – man sagt auch: Plattformen oder Ausspielkanäle – in ihre Arbeitsabläufe integrieren, also zum Beispiel weit vor dem Andruck der Zeitung an das Internet oder die mobile Kommunikation denken.

Die Zentrale von crossmedialen Redaktionen ist immer häufiger ein Newsdesk oder Newsroom (mehr dazu im Beitrag »Organisieren und Planen«). Am Newsdesk wird entschieden, welches Thema wann und wie für welches Medium aufbereitet wird. Die journalistischen Produkte – Texte, Fotos, Töne und Videos – werden in Rohform in Datenbanken gespeichert und können für verschiedene Plattformen aufbereitet werden.

Marketing

Im Bereich des Marketings wird der Begriff Crossmedia für aufeinander abgestimmten Maßnahmen verwendet, die im Rahmen der Kommunikationspolitik stattfinden. Dabei ist die Werbebotschaft so gestaltet, dass dem Kunden, Rezipienten oder Verbraucher mehrere Medien angeboten werden. Die inhaltliche Integration sorgt für die Übermittlung einer konsistenten Botschaft über alle Medienkanäle hinweg.

Technik

Die Mediengattungen Presse, Hörfunk, Fernsehen, Web und Mobilfunk nähern sich technisch, ökonomisch, produktiv, inhaltlich und funktionell einander an. Durch technologische Konvergenz werden ehemals distinkte Medien zusehends miteinander kompatibel. Dieselben Inhalte können dadurch über verschiedene Medien distribuiert werden.

Die Vernetzung findet auf drei Ebenen statt: 1. der Produktionsebene, auf der Print-, TV- und Online-Redaktionen vom Informationsaustausch bis zu redaktionsübergreifenden Recherche-Teams zusammenarbeiten, um Synergien in den Produktionsprozessen freizusetzen. 2. der Inhaltsebene, auf der Geschichten des aktuellen Tagesgeschehens im diversifizierten Produktangebot eines Unternehmens über mehrere Medien hinweg erzählt werden, durch Verweise vernetzt sind und teils einer medienübergreifenden Dramaturgie folgen („Crossmedia-Storytelling“). 3. der Markenebene, auf der durch Verlängerung journalistischer Marken in neue Medienbereiche Aufmerksamkeits- und Glaubwürdigkeitstransfers generiert werden. Für den Nutzer wird die Marke dadurch zu einem Qualitäts- und Identitätskontinuum: Er erreicht die Marke seines Vertrauens bei gleich bleibender Qualität über viele Kanäle hinweg.

Anforderungen

Die Konvergenz journalistischer Produkte verlangt Journalisten, die kompetent nicht nur für ein Medium produzieren können, sondern für mehrere. Gefordert wird insbesondere die Fähigkeit, in mindestens zwei Medien gleichzeitig denken zu können: nicht nur für die gedruckte Ausgabe des Magazins, sondern auch für die Online-Ausgabe; nicht nur für die Radio- oder Fernsehsendung oder den jeweiligen Sender, sondern auch für den zugehörigen Online-Auftritt zu arbeiten.

Literatur

  • Gabriele Hooffacker: Online-Journalismus. Schreiben und Konzipieren für das Internet. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. 3. Auflage. Econ, Berlin 2010 (Beispiele und aktuelle Ergänzungen zum Buch)
  • Christian Jakubetz, Crossmedia (UVK, Konstanz 2008)