Locationscout: Unterschied zwischen den Versionen

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Ob kleine Mietswohnung, abgelegener Sportplatz, Großbaustelle oder belebter Marktplatz, der Locationscout sucht nach unterschiedlichsten Orten. Später tauchen diese dann in Kino-, Fernseh- oder Werbefilmen auf oder dienen als Kulisse für Fotoshootings.  
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Ob kleine Mietswohnung, abgelegener Sportplatz, Großbaustelle oder belebter Marktplatz, der Locationscout sucht nach unterschiedlichsten Orten. Später tauchen diese dann in Kino-, Fernseh- oder Werbefilmen auf oder dienen als Kulisse für Fotoshootings.
  
 
==Aufgaben:==
 
==Aufgaben:==
Egal wo er sich befindet, der Locationscout hält immer seine Augen offen und sieht sich nach interessanten Orten um. Er ist einer der Ersten die ein [[Drehbuchautor|Drehbuch]] durcharbeiten und ihre Arbeit aufnehmen, wenn ein neuer Film gedreht werden soll oder ein Fotoshooting angesetzt ist. Zunächst bespricht er Ideen, Vorschläge und Wünsche mit dem [[Regisseur]], [[Szenenbildner]] und [[Kameramann]]. Bei einem Fotoshooting richtet er sich nach Vorschlägen des [[Fotograf|Fotografen]] oder einer Werbeagentur. Danach beginnt er zu recherchieren und macht sich auf die Suche nach passenden Orten. Dabei schaut er sich sowohl nach Außenräumen um, wie etwa Landschaften, Straßenzüge oder historische Burgen als auch nach Innenräumen, wie Wohnungen, Restaurants, Toiletten oder Veranstaltungshallen. Er klärt deren Verfügbarkeit ab und stellt geeignete Orte und Räumlichkeiten dem Regisseur, Szenenbildner, Kameramann oder Fotografen vor. Diese wählen gemeinsam mit dem [[Produktion|Produzenten]] aus – jedoch erst nach einer Ortsbesichtigung.  
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Egal wo er sich befindet, der Locationscout hält immer seine Augen offen und sieht sich nach interessanten Orten um. Er ist einer der Ersten die ein [[Drehbuchautor|Drehbuch]] durcharbeiten und ihre Arbeit aufnehmen, wenn ein neuer Film gedreht werden soll oder ein Fotoshooting angesetzt ist. Zunächst bespricht er Ideen, Vorschläge und Wünsche mit dem [[Regisseur]], [[Szenenbildner]] und [[Kameramann]]. Bei einem Fotoshooting richtet er sich nach Vorschlägen des [[Fotograf|Fotografen]] oder einer Werbeagentur. Danach beginnt er zu recherchieren und macht sich auf die Suche nach passenden Orten. Dabei schaut er sich sowohl nach Außenräumen um, wie etwa Landschaften, Straßenzüge oder historische Burgen als auch nach Innenräumen, wie Wohnungen, Restaurants, Toiletten oder Veranstaltungshallen. Er klärt deren Verfügbarkeit ab und stellt geeignete Orte und Räumlichkeiten dem Regisseur, Szenenbildner, Kameramann oder Fotografen vor. Diese wählen gemeinsam mit dem [[Produktion|Produzenten]] aus – jedoch erst nach einer Ortsbesichtigung.
Ist ein passender Ort gefunden, der sowohl den optischen als auch den technischen, organisatorischen und strategischen Ansprüchen genügt, kümmert er sich um die weiteren Vereinbarungen mit den Motivgebern; also den Personen, denen das Stück Land oder die Mietswohnung gehört, die im Film vorkommen soll oder die Ansprechpartner sind für die Erteilung einer Drehgenehmigung. Fallen Mietkosten für den Drehort an, übernimmt er die Verhandlungen und wickelt die Zahlung ab. Um all seine vorgeschlagenen Orte zu dokumentieren pflegt er ein sogenanntes Locationarchiv. Auf das kann er auch bei späteren Produktionen zurückgreifen und nach geeigneten Orten suchen. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen künstlerischer und kaufmännisch-organisatorischer Umsetzung einer Produktion. Ebenso an der optischen Umsetzung einer Produktion beteiligt sind der [[Kostümbildner]], [[Maskenbildner]] oder auch der [[Visagist]].  
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Ist ein passender Ort gefunden, der sowohl den optischen als auch den technischen, organisatorischen und strategischen Ansprüchen genügt, kümmert er sich um die weiteren Vereinbarungen mit den Motivgebern; also den Personen, denen das Stück Land oder die Mietswohnung gehört, die im Film vorkommen soll oder die Ansprechpartner sind für die Erteilung einer Drehgenehmigung. Fallen Mietkosten für den Drehort an, übernimmt er die Verhandlungen und wickelt die Zahlung ab. Um all seine vorgeschlagenen Orte zu dokumentieren pflegt er ein sogenanntes Locationarchiv. Auf das kann er auch bei späteren Produktionen zurückgreifen und nach geeigneten Orten suchen. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen künstlerischer und kaufmännisch-organisatorischer Umsetzung einer Produktion. Ebenso an der optischen Umsetzung einer Produktion beteiligt sind der [[Kostümbildner]], [[Maskenbildner]] oder auch der [[Visagist]].
  
 
==Voraussetzungen:==
 
==Voraussetzungen:==
Ein Locationscout sollte ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben und ein Gespür dafür, wie abstrakt beschriebene Räume an real existierenden Orten umgesetzt werden können. Darüber hinaus sollte er sich mit den technischen und zeitplanerischen Abläufen bei Foto-, Film- und Fernsehproduktionen auskennen. Und auch über die Kultur- und Architekturgeschichte, Innenarchitektur, Design und Modetrends muss er Bescheid wissen. Darüber hinaus muss er gut fotografieren können, denn jeden Ort den er besichtigt muss er in Fotos festhalten. Einerseits, um sie dem Szenenbildner und Regisseur vorzuzeigen, andererseits, um die Orte in seinem Locationarchiv abzulegen. Einfallsreichtum, gute Recherchefähigkeiten und Verhandlungsgeschick sollte er ebenso besitzen. Zudem sollte er sich mit kaufmännischen Angelegenheiten auskennen, sich selbst und seine Arbeit gut organisieren und eigenverantwortlich arbeiten können. Nicht zuletzt müssen Locationscouts für ihre Arbeit meist zeitlich und räumlich flexibel sein.  
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Ein Locationscout sollte ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben und ein Gespür dafür, wie abstrakt beschriebene Räume an real existierenden Orten umgesetzt werden können. Darüber hinaus sollte er sich mit den technischen und zeitplanerischen Abläufen bei Foto-, Film- und Fernsehproduktionen auskennen. Und auch über die Kultur- und Architekturgeschichte, Innenarchitektur, Design und Modetrends muss er Bescheid wissen. Darüber hinaus muss er gut fotografieren können, denn jeden Ort den er besichtigt muss er in Fotos festhalten. Einerseits, um sie dem Szenenbildner und Regisseur vorzuzeigen, andererseits, um die Orte in seinem Locationarchiv abzulegen. Einfallsreichtum, gute Recherchefähigkeiten und Verhandlungsgeschick sollte er ebenso besitzen. Zudem sollte er sich mit kaufmännischen Angelegenheiten auskennen, sich selbst und seine Arbeit gut organisieren und eigenverantwortlich arbeiten können. Nicht zuletzt müssen Locationscouts für ihre Arbeit meist zeitlich und räumlich flexibel sein.
  
 
==Ausbildung:==
 
==Ausbildung:==
Locationscouts sind meist Quereinsteiger, denn eine offizielle Berufsausbildung oder ein Studium gibt es nicht. Oftmals haben sie eine Ausbildung oder ein Studium im Foto-, Film- oder Fernsehbereich absolviert. Während des Studiums raten sich darüber hinaus Praktika an, bei denen man Locationscouts über die Schulter schauen kann.  
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Locationscouts sind meist Quereinsteiger, denn eine offizielle Berufsausbildung oder ein Studium gibt es nicht. Oftmals haben sie eine Ausbildung oder ein Studium im Foto-, Film- oder Fernsehbereich absolviert. Während des Studiums raten sich darüber hinaus Praktika an, bei denen man Locationscouts über die Schulter schauen kann.
  
 
==Arbeitsmöglichkeiten:==
 
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==Weblinks:==
*[http://www.bvlocation.de/index.php/locationscout/locationscout-1 Bundesverband Locationscout]
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*[http://bvlocation.de/downloads/Berufsbild_Locationscout.pdf Berufsbild Locationscout]
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* [http://bvlocation.de/downloads/Berufsbild_Locationscout.pdf Berufsbild Locationscout]
*[http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/von-beruf-locationscout-auf-der-suche-nach-dem-richtigen-dreh-a-765403.html SPIEGEL-Artikel: Von Beruf Locationscout]
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* [http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/von-beruf-locationscout-auf-der-suche-nach-dem-richtigen-dreh-a-765403.html SPIEGEL-Artikel: Von Beruf Locationscout]
*[http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-01/beruf-location-scout ZEIT-Artikel: Auf der Suche nach dem schönstes Drehort]
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* [http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-01/beruf-location-scout ZEIT-Artikel: Auf der Suche nach dem schönstes Drehort]
*[http://www.abendblatt.de/wirtschaft/karriere/article706048/Was-macht-eigentlich-ein-Location-Scout.html Artikel: Was macht ein Locationscout]
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* [http://www.abendblatt.de/wirtschaft/karriere/article706048/Was-macht-eigentlich-ein-Location-Scout.html Artikel: Was macht ein Locationscout]
*[http://www.youtube.com/watch?v=MgnIw_XDpng Video: Locationscouts im Gespräch]
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* [http://www.youtube.com/watch?v=MgnIw_XDpng Video: Locationscouts im Gespräch]
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[[Kategorie:Film]]
 
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[[Kategorie:Berufe im Filmbereich]]

Aktuelle Version vom 12. Juli 2019, 09:42 Uhr

Ob kleine Mietswohnung, abgelegener Sportplatz, Großbaustelle oder belebter Marktplatz, der Locationscout sucht nach unterschiedlichsten Orten. Später tauchen diese dann in Kino-, Fernseh- oder Werbefilmen auf oder dienen als Kulisse für Fotoshootings.

Aufgaben:

Egal wo er sich befindet, der Locationscout hält immer seine Augen offen und sieht sich nach interessanten Orten um. Er ist einer der Ersten die ein Drehbuch durcharbeiten und ihre Arbeit aufnehmen, wenn ein neuer Film gedreht werden soll oder ein Fotoshooting angesetzt ist. Zunächst bespricht er Ideen, Vorschläge und Wünsche mit dem Regisseur, Szenenbildner und Kameramann. Bei einem Fotoshooting richtet er sich nach Vorschlägen des Fotografen oder einer Werbeagentur. Danach beginnt er zu recherchieren und macht sich auf die Suche nach passenden Orten. Dabei schaut er sich sowohl nach Außenräumen um, wie etwa Landschaften, Straßenzüge oder historische Burgen als auch nach Innenräumen, wie Wohnungen, Restaurants, Toiletten oder Veranstaltungshallen. Er klärt deren Verfügbarkeit ab und stellt geeignete Orte und Räumlichkeiten dem Regisseur, Szenenbildner, Kameramann oder Fotografen vor. Diese wählen gemeinsam mit dem Produzenten aus – jedoch erst nach einer Ortsbesichtigung. Ist ein passender Ort gefunden, der sowohl den optischen als auch den technischen, organisatorischen und strategischen Ansprüchen genügt, kümmert er sich um die weiteren Vereinbarungen mit den Motivgebern; also den Personen, denen das Stück Land oder die Mietswohnung gehört, die im Film vorkommen soll oder die Ansprechpartner sind für die Erteilung einer Drehgenehmigung. Fallen Mietkosten für den Drehort an, übernimmt er die Verhandlungen und wickelt die Zahlung ab. Um all seine vorgeschlagenen Orte zu dokumentieren pflegt er ein sogenanntes Locationarchiv. Auf das kann er auch bei späteren Produktionen zurückgreifen und nach geeigneten Orten suchen. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen künstlerischer und kaufmännisch-organisatorischer Umsetzung einer Produktion. Ebenso an der optischen Umsetzung einer Produktion beteiligt sind der Kostümbildner, Maskenbildner oder auch der Visagist.

Voraussetzungen:

Ein Locationscout sollte ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben und ein Gespür dafür, wie abstrakt beschriebene Räume an real existierenden Orten umgesetzt werden können. Darüber hinaus sollte er sich mit den technischen und zeitplanerischen Abläufen bei Foto-, Film- und Fernsehproduktionen auskennen. Und auch über die Kultur- und Architekturgeschichte, Innenarchitektur, Design und Modetrends muss er Bescheid wissen. Darüber hinaus muss er gut fotografieren können, denn jeden Ort den er besichtigt muss er in Fotos festhalten. Einerseits, um sie dem Szenenbildner und Regisseur vorzuzeigen, andererseits, um die Orte in seinem Locationarchiv abzulegen. Einfallsreichtum, gute Recherchefähigkeiten und Verhandlungsgeschick sollte er ebenso besitzen. Zudem sollte er sich mit kaufmännischen Angelegenheiten auskennen, sich selbst und seine Arbeit gut organisieren und eigenverantwortlich arbeiten können. Nicht zuletzt müssen Locationscouts für ihre Arbeit meist zeitlich und räumlich flexibel sein.

Ausbildung:

Locationscouts sind meist Quereinsteiger, denn eine offizielle Berufsausbildung oder ein Studium gibt es nicht. Oftmals haben sie eine Ausbildung oder ein Studium im Foto-, Film- oder Fernsehbereich absolviert. Während des Studiums raten sich darüber hinaus Praktika an, bei denen man Locationscouts über die Schulter schauen kann.

Arbeitsmöglichkeiten:

In den meisten Fällen arbeiten Locationscouts als selbständige, künstlerische Dienstleister. Ihr Können und Wissen bieten sie Medienproduktionsfirmen, Werbe- oder Fotoagenturen an. Sie beraten Fotografen, Regisseure, Produzenten, Szenenbildner und Autoren. Von Vorteil ist es, sich als Locationscout eine regionale Spezialisierung zu suchen, um sich von anderen Locationscouts abzusetzen.

Weblinks: